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Über 140 Tote: IS-Dschihadisten bekennen sich zu Anschlägen im Jemen

Mindestens 77 Menschen sollen bei den Anschlägen im Jemen ums Leben gekommen sein. Nun ist eine Botschaft im Netz aufgetaucht: Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekennt sich zur Tat.

Die Badr-Moschee im Süden von Sanaa wurde bei der Explosion schwer beschädigt

Die Badr-Moschee im Süden von Sanaa wurde bei der Explosion schwer beschädigt

Zu den Anschlägen auf Moscheen im Jemen mit dutzenden Toten hat sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Dies geht aus einer im Internet veröffentlichten Botschaft hervor. Bei den Selbstmordanschlägen in Sanaa starben nach jüngsten Angaben mindestens 142 Menschen.

Die Selbstmordanschläge richteten sich gegen zwei von Anhängern der schiitischen Huthi-Miliz besuchte Moscheen. Zuvor hatten die Rettungskräfte von mindestens 55 Toten und dutzenden Verletzten gesprochen. Demnach sprengte sich zunächst ein Attentäter in der Badr-Moschee im Süden von Sanaa in die Luft, ein zweiter Sprengsatz explodierte, als die Gläubigen aus dem Gotteshaus flohen. Ein weiterer Selbstmordanschlag richtete sich gegen eine Moschee im Norden der Hauptstadt.

Machtkampf zwischen der Huthi-Miliz und Präsident Hadi

Am Donnerstag hatte der Machtkampf zwischen der Huthi-Miliz und Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi die südliche Küstenstadt Aden erreicht. Bei Kämpfen zwischen Anhängern und Gegnern des Präsidenten um die Kontrolle des Flughafens wurden mindestens elf Menschen getötet und mehr als 50 weitere verletzt. Ein Kampfflugzeug griff Hadis Residenz an, wo er seit seiner Flucht aus Sanaa lebte. Der Präsident sprach von einem "gescheiterten Putschversuch".

Im Jemen herrschen seit Jahren politisches Chaos und Gewalt. Dies nutzte die schiitische Huthi-Miliz aus, die seit Sommer vergangenen Jahres auf die Hauptstadt Sanaa vorrückte und diese im September erreichte. Im Januar übernahm die Miliz mit der Einnahme des Präsidentenpalastes die Kontrolle über die Hauptstadt, zwang Präsident Hadi zum Rücktritt und setzte ihn unter Hausarrest. Auch das Parlament wurde für aufgelöst erklärt.

Hadi gelang Ende Februar die Flucht nach Aden. Von dort aus zog der international anerkannte Präsident seine Rücktrittserklärung zurück und erklärte die im Süden gelegene Stadt zur neuen Hauptstadt.

AFP / AFP