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Verlegung der Botschaft : "Tiefe Sorge": Papst schaltet sich in die Jerusalem-Debatte ein

Die Pläne von Donald Trump zur Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels beunruhigen Politik und Gesellschaft weltweit - schon vor der offiziellen Bekanntgabe der Entscheidung.

Papst Franziskus rief zur Wahrung des Status quo von Jerusalem auf und mahnte zu "Besonnenheit und Vorsicht"

Papst Franziskus rief zur Wahrung des Status quo von Jerusalem auf und mahnte zu "Besonnenheit und Vorsicht"

Die Pläne von US-Präsident Donald Trump, als Hauptstadt von Israel anzuerkennen, haben die Welt in Aufruhr und Sorge versetzt: Die Türkei lud die Mitglieder der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) für kommende Woche zu einem Sondergipfel, Jordanien und die Palästinenser beantragten eine Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga. Unter anderen die UNO, Peking und Großbritannien warnten erneut davor, am Status von Jerusalem zu rütteln.

"Die Entscheidung markiert den Beginn einer Zeit der furchtbaren Veränderungen in der ganzen Region", sagte , Chef der bisher im Gazastreifen herrschenden Hamas. "Dies stellt eine schamlose Attacke auf palästinensische, arabische und islamische Rechte in Jerusalem dar", so ein Sprecher der radikal-islamischen Organisation.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warnte: "Das wird keinerlei Stabilität und Frieden bringen, sondern eher Chaos und Instabilität." "Die Zukunft Jerusalems ist etwas, was von Israelis und Palästinensern ausgehandelt werden muss. Ich hoffe, dass wir zu friedlichen Verhandlungen zurückfinden können", kommentierte der  -Nahostgesandte Nikolai Mladenow die Lage.

Papst: "Meine Gedanken gehen nach Jerusalem"

Auch Papst Franziskus äußerte sich bei seiner Generalaudienz in Rom besorgt: "Meine Gedanken gehen nach Jerusalem. Ich kann meine tiefe Sorge über die Situation, die sich in den letzten Tagen entwickelt hat, nicht verschweigen. Gleichzeitig richte ich einen von Herzen kommenden Appell, dass es die Pflicht aller ist, den Status quo der Stadt zu respektieren, wie es die Resolutionen der Vereinten Nationen vorsehen. Jerusalem ist eine einzigartige Stadt, heilig für Juden, Christen und Muslime (...) und hat eine besondere Berufung zum Frieden."

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel äußerte sich ebenfalls besorgt. "Eine ganze Reihe von Mitgliedstaaten haben ihrer Sorge Ausdruck verliehen, und das gilt auch für uns, dass die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels nicht einen Konflikt beruhigt, sondern eher ihn noch einmal anheizt", sagte er nach einem EU-Treffen mit US-Außenminister Rex Tillerson in Brüssel.

"Das ist ganz klar eine Entscheidung, die es wichtiger denn je macht, dass die seit Längerem angekündigten amerikanischen Vorschläge zum Nahost-Friedensprozess jetzt vorgelegt werden", verlangte unterdessen der britische Außenminister Boris Johnson.

ivi/DPA/AFP