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KASCHMIR-KONFLIKT: Powell wirft Pakistan Wortbruch vor

Präsident Musharraf habe seine Versprechen nicht eingelöst, so der US-Außenminister. Die USA erwägen inzwischen, Diplomaten und ihre Angehörigen aus Indien abzuziehen.

US-Außenminister Colin Powell hat dem pakistanischen Militärmachthaber Pervez Musharraf Wortbruch im Kaschmirkonflikt vorgeworfen. »Wir bekamen Zusicherungen von Präsident Musharraf, dass das Einsickern über die Teilungslinie beendet würde, aber unglücklicherweise können wir immer noch Beweise sehen, dass es weiterging«, sagte Powell im US-Sender PBS.

Massaker an Frauen und Kindern

Indien wirft Pakistan vor, für ein Massaker an Frauen und Kindern im indischen Teil Kaschmirs mitverantwortlich zu sein, weil die Täter von Pakistan aus über die Grenze in Kaschmir vorgedrungen seien. Wegen des Zwischenfalls droht ein Krieg zwischen den Atommächten Indien und Pakistan. US-Präsident George W. Bush schickt in der kommenden Woche seinen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in die Region, um die Spannungen zu entschärfen.

Unterdessen erwägen die USA eine Verringerung ihrer diplomatischen Präsenz in Indien. US-Außenminister Colin Powell bereitete eine Entscheidung über den Abzug von Diplomaten und ihren Angehörigen vor, wie aus diplomatischen Kreisen in Washington verlautete. Den rund 60.000 in Indien lebenden US-Bürger werde vermutlich nahe gelegt werden, das Land zu verlassen, hieß es weiter.

Ein Krieg nützt keinem

Präsident George W. Bush hatte zuvor den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf aufgefordert, sein Versprechen zu erfüllen, Angriffe muslimischer Extremisten auf den indischen Teil Kaschmirs zu verhindern. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld werde von Sonntag an eine Woche an in der Region vermitteln. »Wir haben beiden, Indien und Pakistan, klar zu verstehen gegeben, dass ein Krieg nicht ihren Interessen nicht dienen wird«, sagte Bush.