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Angebliches Kompromat: Doch belastendes Material gegen Trump? Russischer Politiker heizt Gerüchte an

Besitzt Moskau belastendes Material gegen Donald Trump? Der russische Politiker Nikita Isaew ist davon überzeugt. Er fordert, das Kompromat gegen den US-Präsidenten einzusetzen und ihn so aus dem Amt zu befördern. 

Nikita Isaew ist überzeugt, dass Moskau ein Kompromat gegen Donald Trump besitzt.

Nikita Isaew während seines Auftritts im russischen fernsehen. Er ist überzeugt, dass Moskau ein Kompromat gegen Donald Trump besitzt.

Kurz bevor Donald Trump im Januar 2017 sein Amt als US-Präsident antrat, schlug in den amerikanischen Medien ein Gerücht wie eine Bombe ein: Russische Geheimdienste sollen kompromittierende Informationen über Trump gesammelt haben, mit denen er erpressbar sein soll. Das Medienportal "Buzzfeed" veröffentlichte ein 35 Seiten starkes Dossier, in dem unter anderem von Sexvideos mit Prostituierten in einem Moskauer Luxushotel 2013 die Rede war. Der Kreml dementierte. Die amerikanischen Geheimdienste konnten die Informationen, die von einem ehemaligen Agenten des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 stammten, nicht belegen. Und so legte sich die Aufregung nach einigen Wochen.

Nun heizt ein russischer Politiker die Gerüchte, Moskau könnte doch ein Kompromat gegen Trump besitzen, wieder an. In der politischen Talk-Show "60 Minuten" des Staatssenders Rossija 1 forderte Nikita Isaew, das Kompromat als Antwort auf die Durchsuchung der russischen Botschaft in San Francisco aus der Schublade zu holen: "Auf eine Ohrfeige muss man mit einer Ohrfeige reagieren", sagte der Chef der nationalistischen Bewegung "Neues Russland". "Wir sollten die ganzen Spezialagenten, die Russland überschwemmt haben, aus den Banjas [russische Dampfbäder, Anm. d. Red.] rausholen", forderte er. "Wir müssen das Kompromat herausholen, das wir haben. Wir müssen gegen Trump damit ausholen, der auch in den USA nur noch an einem Faden hängt."

Auf die Nachfrage, ob es denn so ein Kompromat gäbe, antwortete Isaew, der auch der Gründer des Russischen Instituts für Moderne Ökonomie ist: "Natürlich haben wir eins."

Isaew hofft auf Amtsenthebung von Donald Trump

Isaew machte in den vergangenen Wochen vor allem durch eine antiamerikanische Polemik auf sich aufmerksam. Mehrfach plädierte der oppositionelle Politiker, der zurzeit fast jeden Tag durch russische Polit-Shows tingelt und auf Wählerfang ist, für eine Amtsenthebung Trumps. In einem Beitrag für die Zeitung "Komsomolskaja Prawda" schrieb der 38-Jährige: "Es ist an der Zeit, dass wir uns aktiv in das Amtsenthebungsverfahren von Trump einschalten. So wie wir ihn gewählt haben, so werden wir ihn auch entlassen. Wir haben alle Möglichkeiten dazu. Es gibt sogar russische Politiker (die gesamte Duma und viele Experten), die auf sein Impeachment mit einem Glas Champagner anstoßen würden." 

Sätze, die nicht nur die Diskussion um ein mögliches Kompromat, sondern auch eine mögliche russische Einflussnahme auf die letzte US-Wahl neu entfachen dürften. 

Impeachment: So funktioniert das Amtsenthebungsverfahren in den USA
ivi
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