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Kontrollen in Dänemark: Halt, hier Grenze!

Weit mehr Kameraleute als Zöllner erwarten die Reisenden an der dänischen Grenze. Die Beamten tun so, als sei es überhaupt nichts Besonderes, dass sie plötzlich wieder verstärkt Autos anhalten und in Kofferräume blicken. Ein Besuch an der deutsch-dänischen Grenze.

Von Özlem Gezer, Fröslev

Sie werden empfangen wie Popstars. Kamerateams umzingeln die Fahrzeuge, gefolgt vom Blitzgewitter und Mikrofonen. Es wirkt fast so, wie nach dem Fall der Berliner Mauer. Aber ganz so historisch ist es nicht. Es ist nur die erste Verstärkung der dänischen Grenzkontrollen seit Jahren.

Am Grenzübergang Ellund zum dänischen Fröslev ist die Autobahnstrecke durch Hütchen von zwei auf eine Spur verengt. Statt 100 Stundenkilometer, normalerweise erlaubt auf dieser Strecke, müssen die Autofahrer auf die Bremse drücken. Vorbei an Kamerateams, die auf dem Fahrstreifen hysterisch auf und ab laufen. Ein Zöllner, gelbe Neonweste, steht auf dem Autobahnstreifen und winkt die Autofahrer mit dem Zeigefinger in die Parkbucht. Dort warten 13 dänische Zollbeamte, ein Drogenhund und der Abteilungsleiter der Süddänischen Zollbehörde. Dann beginnt das Schauspiel: Zwei Beamte in Westen mit der Aufschrift "Told Customs" nehmen sich jeweils ein Fahrzeug vor. Der Blick in den Kofferraum wird akribisch von Kameraobjektiven begleitet. Nur wenige Minuten dauert die offizielle Zollkontrolle. Nachdem die Beamten eine "Gute Reise" wünschen, sind die Journalisten dran. An diesem Dienstagmorgen sind sie angereist aus Polen, Deutschland, Schweiz und Russland. Sie fragen die Autofahrer nach ihrem Reisegrund, beäugen die Kofferräume - und wollen ihn live dokumentieren: Den Abschied der Dänen von der Idee der uneingeschränkten europäischen Reisefreiheit.

International hagelt es Kritik an der dänischen Regierung

Die dänische Regierung hatte unter dem Druck der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei (DVP) beschlossen, wieder stärkere Grenzkontrollen durchzuführen. Die Regierung ist auf die Stimmen der Rechtspopulisten angewiesen. Ihre offizielle Version lautet jedoch, dass sie die grenzüberschreitende Kriminalität eindämmen und sich weiter an den Schengen-Vertrag halten wolle. International hagelt es Kritik an der Entscheidung der Regierung. Hessens Europaminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) forderte sogar einen Dänemark-Boykott. "Wenn Dänemark zur Urlaubszeit wieder Grenzkontrollen einführt, kann ich nur dazu raten, auf der Stelle umzudrehen und lieber in Österreich oder Polen Urlaub zu machen", sagte der Minister der "Bild-Zeitung".

Der Zollbeamte Carl Andersen sieht das Ganze gelassener. "Urlaubsgäste sind überhaupt nicht interessant für uns. Wir scannen die Fahrzeuge und Kennzeichen sehr genau. Familien, Urlauber und Pendler werden durchgewunken", sagt der Zöllner an diesem grauen Vormittag an der dänischen Grenze und hebt verständnislos die Hände.

Carl Andersen, 61, arbeitet seit 44 Jahren für den dänischen Zoll. Er ist der Abteilungsleiter für Süddänemark. Den ganzen Vormittag steht er auf dem Rasen in der Parkbucht, das Hemd akkurat gebügelt, neongelbe Weste, randlose Brille. Andersen lächelt viel und beantwortet geduldig die Fragen der Journalisten. "Wir haben auch in den Jahren zuvor zwei bis drei Mal die Woche hier unseren Kontrollposten aufgebaut", sagt der Zöllner und scheint den internationalen Aufruhr nicht ganz zu verstehen.

Die Grenzkontrollen werden nicht steigen

Andersen wirkt wie der perfekte Vorzeigezöllner für den Tag 1 der dänischen Aktion. "Wir werden doch auch in Zukunft nicht täglich hier stehen", sagt er gelassen. Laut dem Beamten ist es auch lediglich #link;http:/www.stern.de/politik/ausland/streit-um-grenzkontrollen-daenen-schimpfen-ueber-billige-symbolpolitik-1702709.html;dänische Symbolpolitik#, was gerade geschehe. "Wir werden weiterhin nur stichprobenartig Reisende rauspicken". Das Fahndungsziel bleibe der illegale Warenverkehr: Rauschgift, Waffen und der unrechtmäßige Medikamentenhandel. Laut Andersen hat Europa ganz andere Probleme. Statt die Aufmerksamkeit auf die minimale Zunahme der Grenzkontrollen in Dänemark zu richten, solle die EU ihre Außengrenzen besser sichern. Zunehmend durchsuche er mit seinen Kollegen Kleinbusse aus Polen, Bulgarien und Rumänien. "Oft haben diese Menschen keinen Cent in der Tasche und können auch nicht erklären, was sie in Dänemark wollen." Dann finden sie Spezialwerkzeuge eingenäht in das Innenleben der Fahrzeuge und Walkie Talkies zur Kontaktaufnahme mit bereits eingereisten Landsleuten in Dänemark. Das seien klassische Werkzeuge der Schwarzarbeit. Für solche Fälle arbeitet Andersen eng mit der dänischen Polizei zusammen. Sie selbst konzentrieren sich auf Waren, nicht auf Menschen.

Der Verkehr läuft nur wenig zähflüssiger als sonst an diesem historischen Tag an der deutsch-dänischen Grenze. "Wir wissen, wen wir rausziehen müssen", sagt Andersen. Auch wenn die Kontrollen an diesem Vormittag etwas an demonstratives Handeln erinnern. Die Beamten ziehen im Fünf-Minuten-Takt Fahrzeuge von der Fahrbahn. Berufspendler mit Messmaschinen im Kofferraum, Sommerurlauber bepackt mit Reisetaschen und Zelten, jodelnde Abiturienten. Der geschulte Blick der Zöllner scheint dem Presserummel zu weichen.

Es geht um die Idee der Europäischen Union

Leila Jessen, 49, steht am Straßenrand und zuckt mit den Schultern. "Wir haben gestern die gleiche Arbeit gemacht wie heute, da waren nur weniger Zuschauer", sagt die Zollbeamtin. Sie ist seit 26 Jahren im Dienst und versteht genauso wenig wie Andersen die internationale Aufregung. Schließlich geht es lediglich um 30 zusätzliche Zollbeamte an der deutschen und 20 an der schwedischen Grenze. Stichprobenartiges Fahnden nach Drogen und Waffen nennen sie es. Bis 2014 solle zwar eine Verstärkung durch Grenzanlagen und Fahrzeug-Scanner folgen. Die Arbeit bleibe aber unverändert. Den Kritikern jedoch geht es nicht um die 50 neuen Beamten und den geplanten Fahrzeug-Scanner, es geht um viel mehr. Es geht um den sogenannten Meilenstein der EU: die Abschaffung der Grenzkontrollen. Das Schengener Abkommen. Die Idee des europäischen Zusammenwachsens.

Spätestens bei den Wahlen im November wird sich zeigen, ob die jetzige Regierung an der Führung bleibt und scheibenweise an der Mauer der EU weiter kratzen wird. Vielleicht wird das ganze Spektakel aber auch als ein politisches Sommertheater mit Wahlkampfzwecken in Erinnerung bleiben. Bis das entschieden ist, werden Carl Andersen und sein Team "stichprobenartig" zugreifen. Und gelassen und souverän ihren Dienst tun als sei es das Normalste der Welt.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(