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Prestigeprojekt: Putin eröffnet Krim-Brücke

Während die Krim von Russland aus bisher nur zu See oder durch die Luft erreichbar war, ebnet nun eine knapp 20 Kilometer lange Brücke den Weg auf die annektierte Halbinsel. Putin will mit seinem Prestigeprojekt auch den Tourismus ankurbeln.

Brücke zwischen der Krim und Russland

Die 19 Kilometer lange Brücke verbindet die Krim und das russische Festland

DPA

Mit einer Fahrt in einem orangefarbenen Transporter hat Wladimir Putin eine Brücke zwischen der Krim und Russland eröffnet. Am Dienstag folgten ihm mehrere Lkw über die 19 Kilometer lange Brücke. Zunächst wurde aber nur der vierspurige Autoteil eingeweiht, Ende 2019 soll eine zweigleisige Eisenbahnstrecke hinzukommen.

Bisher war die Krim nicht über einen direkten Landweg von Russland aus zu erreichen gewesen. Vier Jahre nach der Annexion verbindet die Brücke über die Meerenge von Kertsch nun die ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel und das russische Festland.

Längste Brücke Europas

Putins Sprecher Dmitri Peskow sprach von einem "symbolisch bedeutsamen Tag" und erinnerte daran, dass der Bau auf eine persönliche Initiative des Präsidenten zurückgehe. Die Brücke, welche die Krim mit der gegenüberliegenden südrussischen Halbinsel Taman verbindet, ist länger als die Vasco-da-Gama-Brücke in Lissabon und damit nun die längste Brücke Europas.

Gebaut wurde sie von dem Konzern Stroigasmontasch, der dem Milliardär Arkadi Rotenberg gehört - ein enger Vertrauter und Ex-Judo-Partner Putins. Im Februar 2016 hatte die russische Regierung 228,3 Milliarden Rubel (damals 2,9 Milliarden Euro) für das Großprojekt bereitgestellt. Die Eröffnung sollte spätestens Ende 2018 erfolgen.

Brücke soll Versorgung sichern

Bisher war die Krim von Russland aus nur per Fähre und Flugzeug zu erreichen gewesen. Lebensmittel und andere Waren mussten über die Meerenge von Kertsch auf die Halbinsel gebracht werden, was zu Preissteigerungen und bei schlechtem Wetter auch immer wieder zu Versorgungsengpässen führte. Die Brücke soll auch den Tourismus auf der Krim wieder ankurbeln.

Die Krim war im März 2014 nach einem umstrittenen Referendum von Russland ins eigene Staatsgebiet eingegliedert worden. Die Regierung in Kiew und der Westen sprechen von einer völkerrechtswidrigen Annexion und betrachten die Krim weiter als Teil der Ukraine. Die EU und die USA verhängten wegen der Annexion Sanktionen gegen Moskau.

Krim-Brücke: Freie Fahrt auf die Krim - Putin will seine Riesenbrücke im Mai eröffnen
Offenbar soll die Brücke am 9. Mai, dem Tag des Sieges über Nazi-Deutschland, geöffnet werden.

Offenbar soll die Brücke am 9. Mai, dem Tag des Sieges über Nazi-Deutschland, geöffnet werden.


fri / AFP