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Krise in Griechenland Verhandlungen über Schuldenschnitt ziehen sich hin


Der griechische Schuldenschnitt ist immer noch nicht unter Dach und Fach. Die Gespräche sollen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden.

Die Verhandlungen der griechischen Regierung mit ihren privaten Gläubigern über deren entscheidende Beteiligung an einem Schuldenerlass sind auf Samstag vertagt worden. Der Internationale Bankenverband IIF erklärte in der Nacht zum Samstag, bei den Gesprächen am Freitagabend seien deutliche Fortschritte erzielt worden. Nun sei die Zeit für entschiedene Schritte gekommen, erklärte der Verband und schien damit Zugeständnisse von den offiziellen Gläubigern EU und IWF einzufordern.

Die Griechen wollen eine Einigung unbedingt noch vor dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag unter Dach und Fach bringen, damit noch genug Zeit für eine rechtzeitige Umsetzung bleibt. Ein mit den Verhandlungen vertrauter Banker sagte der Nachrichtenagentur Reuters, erst am Montag werde endgültige Klarheit über die Gültigkeit einer Einigung herrschen. "Die Minister werden sich den Vorschlag ansehen und dann darüber entscheiden. Wenn sie ihn ablehnen, müssen wir zurück an den Verhandlungstisch."

Schuldenschnitt soll Staatsbankrott verhindern

Ein vorläufiger Kompromiss würde bis auf weiteres einen Staatsbankrott des südosteuropäischen Euro-Landes verhindern. Für die privaten Gläubiger dürfte eine Übereinkunft aber mit einem Forderungsverzicht von 65 bis zu 70 Prozent verbunden sein. Im Gegenzug sollen ihnen nach Angaben eines Bankenvertreters Staatsanleihen mit einer 30-jährigen Laufzeit und einer Verzinsung von durchschnittlich vier Prozent angeboten werden.

Die angestrebte Einigung mit den privaten Gläubigern - neben Banken sind das Versicherer und Hedgefonds - ist Teil eines 130 Milliarden Euro umfassenden Entschuldungsplans für Griechenland.

Die Regierung in Athen feilscht bereits seit Monaten mit dem IIF über einen Forderungsverzicht der privaten Gläubiger. Der Schuldenschnitt ist die Voraussetzung dafür, dass das Euro-Land dringend benötigte Mittel aus einem 130 Milliarden Euro schweren Hilfspaket von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) erhalten kann. Ohne das Geld droht dem Land bereits im März ein ungeordneter Bankrott, wenn Staatsanleihen im Volumen von 14,5 Milliarden Euro bedient werden müssen. Im Gegenzug für die Hilfen muss sich das Ägäisland jedoch zu weiteren Reformen verpflichten.

mlr/Reuters/DPA DPA Reuters

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