HOME

Krise in Pakistan: Bhutto erneut unter Hausarrest

Der erneut verhängte Hausarrest gegen die pakistanische Oppositionsführerin Benazir Bhutto hat Aufstände ihrer Anhänger provoziert, bei denen mindestens 20 Menschen festgenommen wurden. Bhutto war daran gehindert worden, zu einer Kundgebung zu gelangen.

Mit einem neuerlichen Hausarrest von Oppositionsführerin Benazir Bhutto und zahlreichen Festnahmen hat die pakistanische Polizei einen Protestmarsch gegen den Ausnahmezustand verhindert. Starke Polizeikräfte blockierten das Haus in Lahore, in dem sich Bhutto aufhielt. Mindestens 20 Personen wurden bei dem Versuch festgenommen, die Barrikaden zu überwinden. Unter ihnen waren auch zwei Abgeordnete von Bhuttos Pakistanischer Volkspartei (PPP) im Parlament.

"Sie rauben uns unser Grundrecht auf Protest gegen autoritäre Herrschaft und auf einen Langen Marsch für die Erneuerung der Demokratie", sagte der ehemalige pakistanische Parlamentspräsident Yusuf Raza Gilani bei seiner Festnahme. PPP-Sprecherin Farzana Raja sagte, mehrere tausend Aktivisten seien von der Polizei festgesetzt worden. Sie selbst wurde auch festgenommen. Erst am Freitag war Bhutto daran gehindert worden, zu einer geplanten Großkundgebung nach Rawalpindi zu gelangen. Danach kündigte sie an, dass ihre Partei an dem Protestmarsch von Lahore nach Islamabad festhalte. Dazu erwartete die PPP mehrere tausend Teilnehmer. Der Polizeichef von Lahore, Aftab Cheema, erklärte jedoch, dass Bhutto nicht aus dem Haus gelassen werde.

Commonwealth-Staaten drohen mit Suspendierung der Mitgliedschaft

Die Außenminister der Commonwealth-Staaten haben Pakistan mit der Suspendierung der Mitgliedschaft in der Organisation gedroht, falls der Ausnahmezustand nicht aufgehoben wird und Musharraf sein Amt als Armeechef nicht bis zum 22. November niederlegt. Die Vertretung Pakistans in London erklärte dazu, die Entscheidungen würden nicht mit Rücksicht auf Fristen getroffen, die außerhalb Pakistans gesetzt würden.

AP / AP