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Parteitag der US-Republikaner Lara Trump zitiert Abraham Lincoln - doch die Worte stammen nicht von ihm, sondern von einem Meme


Am dritten Tag des Nominierungskonvents der US-Republikaner hat auch Donald Trumps Schwiegertochter Lara eine Rede gehalten. Dabei zitierte sie Abraham Lincoln - angeblich.

Die US-Republikaner haben auf ihrem Parteitag einen ganzen Reigen von Familienmitgliedern von Präsident Donald Trump als Redner aufgeboten. Am Mittwoch war Lara Trump an der Reihe, Ehefrau von Donald Trumps Sohn Eric und Wahlkampfberaterin ihres Schwiegervaters.

In ihrer Ansprache hielt Lara Trump ein leidenschaftliches Plädoyer für die Wiederwahl ihres Verwandten im Weißen Haus. "Ich habe festgestellt, dass er ein guter Mann ist, dass er seine Familie liebt, dass er diesen Job nicht brauchte, dass niemand auf dieser Welt härter arbeitet für die amerikanischen Menschen, dass er bereit ist, für seine Überzeugungen zu kämpfen und für die Menschen und das Land, das er liebt", sagte die 37-Jährige.

Lara Trump verwendet verfälschtes Lincoln-Zitat

Dann machte sie klar, worum es ihrer Meinung nach am 3. November geht: "Dies ist nicht die Wahl zwischen Demokraten und Republikanern oder zwischen links und rechts", verkündete Trump. "Dies ist eine Wahl, die entscheiden wird, ob wir Amerika Amerika bleiben lassen oder ob wir einen auf keiner Karte verzeichneten, erschreckenden Weg zum Sozialismus einschlagen."

Untermauern wollte die frühere Fernsehproduzentin ihre These offenbar mit einem Zitat des berühmtesten republikanischen Präsidenten der amerikanischen Geschichte: "Abraham Lincoln sagte einmal den berühmten Satz: 'Amerika wird niemals von außen zerstört werden. Wenn wir zögern und unsere Freiheiten verlieren, dann nur, weil wir uns selbst zerstört haben'", fuhr Trump fort und fügte hinzu: "Obwohl diese Worte vor mehr als 150 Jahren gesprochen wurden, waren sie noch nie so relevant wie heute."

Das Problem: Lincoln hat diesen angeblich berühmten Satz nie gesagt. Faktenprüfer mehrer US-Medien wiesen nach Laura Trumps Rede schnell darauf hin, dass die Worte lediglich dem 16. US-Präsidenten in zahlreichen Facebook-Memes zugeschrieben würden, er sie aber nie ausgesprochen habe. Es sei eine Verfälschung von etwas, das Lincoln in einer seiner ersten großen Reden im Jahr 1838 gesagt habe, erklärte der Historiker Christian McWhirter von der Abraham Lincoln Presidential Library schon vor einem Jahr gegenüber der Faktenüberbprüfungswebseite "Politifact".

Demnach sagte der Präsident damals: "An welchem Punkt ist dann die Annäherung von Gefahr zu erwarten? Ich antworte: Wenn sie uns jemals erreicht, muss sie unter uns entstehen. Sie kann nicht aus dem Ausland kommen. Wenn die Zerstörung unser Los ist, müssen wir selbst ihr Urheber und Vollstrecker sein. Als eine Nation von freien Menschen müssen wir alle Zeiten durchleben oder durch Suizid sterben."

Mit seiner Aussage prangerte der Republikaner damals nach Angaben des Lincoln-Experte Michael Burlingame von der Universität von Illinois "die Gewalt des Mobs an, die zu Chaos führen und die Öffentlichkeit dazu bringen würde, Recht und Ordnung zu fordern, die von einem ehrgeizigen Führer, der tyrannisch regieren würde, wiederhergestellt würde".

Quellen: Laura Trumps Rede auf Youtube"Politifact", "Huffington Post"CNN


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