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Lateinamerika: Ecuadors Präsident Correa feiert Wahlsieg

Ecuador wird weitere vier Jahre vom linksgerichteten Staatschef Rafael Correa regiert. Der 46-Jährige hat die Präsidentenwahl nach Auszählung von gut 63 Prozent der abgegebenen Stimmen mit klarer Mehrheit gewonnen. Correa ließ sich bereits als Sieger feiern.

Der linksgerichtete ecuadorianische Staatschef Rafael Correa hat die Präsidentwahl klar gewonnen und ist für weitere vier Jahre im Amt bestätigt worden. Für den 46-jährigen Wirtschaftsexperten stimmten nach Angaben des zentralen Wahlkommission vom Montag 50,98 Prozent der Wähler. Sein schärfster Widersacher, der 2005 vom Parlament abgesetzte Ex-Präsident Lucio Gutiérrez, kam bei der Wahl am Sonntag mit 28,32 Prozent auf Platz zwei. Die Angaben beruhten auf der Auszählung von 63,44 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Correa schloss eine Kooperation mit dem überraschend starken Gutiérrez und dem Drittplatzierten (11,81 Prozent), dem reichen Bananenunternehmer Alvaro Noboa, aus. "Was soll ich mit diesen Leuten besprechen, die keine Ideologie haben und Vorteile aus dem Leiden des Volkes ziehen wollen?", sagte der Wahlsieger. Zugleich versprach er die Fortsetzung seiner "Bürgerrevolution", die in einen "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" münden soll. "Dies ist ein Tag der Freude", rief er vor jubelnden Anhängern in seiner Geburtsstadt Guayaquil.

Auch im Einkammer-Parlament erzielte Correas Bewegung Alianza País nach diesen Angaben die Mehrheit. Allerdings dürfte die Finanzierung der bisherigen Regierungspolitik immer schwieriger werden, weil das Land stark von Erdölexporten und den Überweisungen ecuadorianischer Gastarbeiter im Ausland abhängt.

Wahlbeobachter unter anderem aus der Europäischen Union (EU) bezeichneten die Abstimmung als ordnungsgemäß. Allerdings verfügte Correa als Amtsinhaber über wesentlich größere Wahlkampfressourcen, als seine Konkurrenten. Die im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit bei einem Referendum angenommene neue Verfassung ermöglichte erstmals seit den 1960er Jahren wieder das Recht auf eine Wiederwahl. Da Correas erste, 2007 begonnene, verkürzte Amtszeit nicht zählt, kann er sich in vier Jahren einer Wiederwahl stellen.

Von den parallel abgehaltenen Regional- und Kommunalwahlen lagen zunächst nur Teilergebnisse vor. Demnach erlitt Correa bei der Bürgermeisterwahl in der größten Stadt des Landes, Guayaquil, eine herbe Niederlage. Dort wurde Jaime Nebot, Symbol der Opposition gegen den Präsidenten, mit 69 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Correas Kandidatin María Duarte kam nur auf 27 Prozent.

DPA/AP / AP / DPA
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