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Lula da Silvas Nachfolgerin: Dilma Rousseff zur neuen Präsidentin Brasiliens vereidigt

Sie ist nun auch offiziell die starke Frau Brasiliens: Dilma Rousseff hat den Amtseid abgelegt und ist nun Präsidentin des größten südamerikanischen Landes. Sie hat eine schwere Aufgabe vor sich.

Dilma Rousseff ist die neue Präsidentin Brasiliens. Die 63-Jährige legte am Samstag vor dem Parlament in der Hauptstadt Brasília ihren Amtseid ab. Rousseff ist die Nachfolgerin des in der Bevölkerung äußerst beliebten Luiz Inácio Lula da Silva, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren durfte, und ist das erste weibliche Staatsoberhaupt des südamerikanischen Landes.

Zuvor hatten zehntausende Schaulustige im strömendem Regen Rousseffs Fahrt zur Amtseinführung verfolgt. Eskortiert von sechs nebenher laufenden Leibwächterinnen wurde Rousseff im Rolls Royce durch die Innenstadt von Brasília zum Parlament gefahren.

Während der Präsidentschaft von Lula da Silva wurde Brasilien zur achtgrößten Volkswirtschaft der Welt. 29 Millionen Menschen fanden aus der Armut, die Arbeitslosigkeit ging zurück, das südamerikanische Land überstand vergleichsweise gut die weltweite Finanzkrise. Die 63-Jährige Rousseff, Wunschkandidatin von Lula da Silva, hatte sich in der Stichwahl Ende Oktober gegen ihren sozialdemokratischen Herausforderer José Serra durchgesetzt.

Die Ökonomin wird in den kommenden vier Jahren an den Erfolgen ihres charismatischen Vorgängers und Ziehvaters Lula da Silva gemessen, der mit Rekordsympathiewerten von über 80 Prozent aus dem Amt schied. Das Land boomt. Jetzt geht es darum, das Wachstum zu konsolidieren. Rousseff kennt das Regierungsgeschäft, auch wenn sie bislang vor allem in der zweiten Reihe tätig war. Sie verwaltete den milliardenschweren Fonds des Wachstumsbeschleunigungsprogramms (PAC), aus dem Straßen, Brücken und zahllose soziale Projekte mitfinanziert wurden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Armut und die Misere in Brasilien auszulöschen. Damit folgt sie dem Kurs ihres Mentors Lula, auf dessen Agenda die Armutsbekämpfung ganz oben stand. Vor allem die Wähler im armen Nordosten des Landes dankten es ihm und seiner Favoritin Rousseff.

ukl/AFP/DPA / DPA