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Marina Owsjannikowa Russische TV-Journalistin protestiert erneut mit Plakat gegen Putin – nun wurde sie verhaftet

Bekannt geworden durch Protest: die russische Journalistin Marina Owsjannikowa
Bekannt geworden durch Protest: die russische Journalistin Marina Owsjannikowa
© Annette Riedl / DPA
Bekannt wurde sie durch ihren Live-Protest im russischen Fernsehen gegen den Krieg in der Ukraine. Nach einer zweiten Aktion ist die Journalistin Marina Owsjannikowa nun in Russland verhaftet worden.

Nach einer erneuten Protestaktion gegen Russlands Angriffskrieg in der Ukraine ist die Fernsehjournalistin Marina Owsjannikowa mehreren Berichten zufolge vorübergehend festgenommen worden. Auf ihrem Telegram-Kanal wurden am Sonntag Fotos gepostet, die offenbar zeigen, wie sie von Polizisten in einen Minibus abgeführt wird. Ihr Anwalt sagte der Nachrichtenagentur Ria-Nowosti, die Festnahme habe nach seiner Vermutung "in irgendeiner Weise" mit einer erneuten Protestaktion Owsjannikowas vor wenigen Tagen zu tun. Es gebe keine Informationen über ihren Aufenthaltsort. 

Von offizieller Seite gab es zur Festnahme keine Stellungnahme. Die 44-jährige Owsjannikowa hatte vor wenigen Tagen alleine in der Nähe des Kreml stehend demonstriert, indem sie ein Plakat in die Höhe hielt, auf dem der russische Einsatz in der Ukraine kritisiert und Präsident Wladimir Putin als "Killer" bezeichnet wurden.

Gegen Russlands Krieg: Marina Owsjannikowa protestiert erneut mit Plakat

Am Freitag hatte Owsjannikowa auf Telegram Fotos von sich selbst bei der Aktion veröffentlicht. Derartige öffentliche Erklärungen sind in Russland als Veröffentlichung von "Falschinformationen" und "Verunglimpfung" der Armee strafbar. Sie können mit langen Freiheitsstrafen belegt werden.

"Marina wurde festgenommen. Es gibt keine Information über den Ort, an dem sie sich befindet", schrieb ihr Team auf dem Kanal der Journalistin auf Telegram. Die Mitteilung enthielt drei Fotos Owsjannikowas, die von zwei Polizisten zu einem weißen Van geführt wird, nachdem sie anscheinend beim Radfahren festgehalten worden war.

Owsjannikowa war am 14. März während der Nachrichtensendung "Wremja" des Senders Perwy Kanal hinter der Nachrichtensprecherin aufgetaucht. Owsjannikowa, die selbst als Redakteurin für den Sender arbeitete, hielt ein Schild mit der Aufschrift "Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen" in die Kamera. Sie rief außerdem "Stoppt den Krieg!", bevor die Live-Übertragung abbrach. 

TV-Journalistin arbeitete kurzzeitig bei der "Welt"

Nach der Aktion war die Journalistin kurz in Polizeigewahrsam, wurde danach aber freigelassen und zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt. International erfuhr Owsjannikowa viel Lob und Unterstützung, seitens der russischen Opposition gab es auch kritische Stimmen. Bemängelt wurde unter anderem, dass Owsjannikowa jahrelang für den Sender Perwy Kanal gearbeitet hatte, den die Oppositionellen als faktisches Sprachrohr des Kreml betrachten.

Owsjannikowa hatte nach ihrer Protestaktion mehrere Monate im Ausland verbracht und unter anderem kurzzeitig für die deutsche Zeitung "Die Welt" gearbeitet. Anfang Juli gab sie ihre Rückkehr nach Russland bekannt, um nach eigenen Angaben einen Sorgerechtsstreit um ihr Kind beizulegen.

les DPA AFP

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