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Sonderlicher Fotodeal Wer bestimmte Bilder von Melania Trump zeigt, überweist indirekt Geld an die Trumps

Melania Trump
Das offizielle Porträt der First Lady, das. Melanie Trump trägt einen Blazer von Dolce & Gabbana und einen riesigen Diamantring an der linken Hand.
© Régine Mahaux/Picture Alliance
Politiker wie der US-Präsident haben meist nur wenig Einfluss darauf, welche Bilder von ihnen im Umlauf sind. Anders Melania Trump: Sie fordert eine "positive Berichterstattung" und: Sie verdient auch noch daran.

Régine Mahaux hat mindestens zwei Fotos gemacht, die lange in Erinnerung bleiben dürften. Zum einen ist da das offizielle Porträt der First Lady, auf dem Melania Trump wie eine Vorstandschefin aus den 80er Jahren wirkt. Und dann gibt es diese beinahe ikonische Aufnahme, die die Familie Trump vor der goldenen Kulisse ihres Zuhauses zeigt. Die freundlichste Beschreibung der Szene enthielt Wörter wie Sonnenkönig und Saddam Hussein und vermutlich gingen die schon zu weit. Denn Melania Trump und die Fotografin Régine Mahaux erlauben die Veröffentlichung der Fotos nur bei "positiver Berichterstattung".

Vertragsdetails unter Verschluss

Für Personen des öffentlichen Lebens, vor allem für Bewohner des Weißen Hauses sind solche Vorgaben an Fotoagenturen mehr als ungewöhnlich. Üblicherweise müssen US-Präsidenten wie andere Politiker auch damit leben, dass Fotos von ihnen auch in wenigen schönen Zusammenhängen zu sehen sind. Jedenfalls in demokratischen Ländern. Was genau Getty Images, die die Bilder der Belgierin Mahaux vertreibt, mit Melania Trump ausgehandelt hat, unterliegt einer Verschwiegenheitsklausel - auch das ist nicht gerade Alltag. Aber allen voran deswegen nicht, weil die Gattin des amerikanischen Staatsoberhaupts ordentlich an den Fotos mitverdient.

NBC liegt die jüngste Einkommenserklärung der Trumps vor, die US-Präsidenten regelmäßig veröffentlichen. Danach hat die First Lady allein 2017 zwischen 100.000 und eine Million Dollar mit Fotos von ihr verdient. Anders gesagt, jeder TV-Sender und Onlinedienst, jede Zeitung, die bestimmte Bilder von ihr abdruckt oder zeigt, überweist indirekt Geld an die Familie Trump. FürAkili Ramsess von der amerikanischen National Press Photographers Association ist das alles sehr außergewöhnlich. Dem US-Sender NBC sagte er, dass prominente Politiker üblicherweise weder an ihren Bildern mitverdienen noch die sie begleitende Berichterstattung vorschreiben.

Vertrag Melania Trump Getty
Dieser ORF-Screenshot der Getty-Images-Seite zeigt, welche Einschränkungen bei der Verwendung von Melania-Trump-Bilder gelten
© Screenshot

Üblich sei, dass die Fotografen bei Veröffentlichung Tantiemen erhalten. Die Models würden einmalig ausbezahlt, außer Prominente verkaufen die Rechte an Bildern etwa von ihren Hochzeiten oder Babys. Mutmaßlich stammen Teile der Vereinbarung zwischen Trump und Getty beziehungsweise der Fotografin noch aus Zeiten, als die jetzige Präsidentengattin einfach nur die Ehefrau eines berühmten TV-Stars war. Denn das berühmte Bild der Familie in ihrem goldenen Salon im Trump-Tower stammt noch aus Vor-Wahlkampfzeiten. Zu dem Zeitpunkt waren die Trumps noch Privatpersonen, die frei über ihre Bildrechte verfügen konnten.

Mahaux arbeitet schon länger mit Melania Trump

Die Fotografin Régine Mahaux arbeitet schon seit längerer Zeit mit dem ehemaligem Model Melania Trump zusammen. Und genau genommen ist sie zu dritt. Mahaux fotografiert üblicherweise mit ihren Bruder Benoit Mahaux und dem Kollegen Wim Van De Genachte zusammen, wie sie dem "Time"-Magazin vergangenen Jahres sagte. Die drei hätten die First Lady unter anderem auch bei der Amtseinführung ihres Mannes "wie ein Schatten" begleitet. Als Propaganda sehen sie ihre Bilder nicht und politisch müsse man nicht auf einer Ebene sein, um so einen Job zu machen", sagte Benoit Mahaux.

nik

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