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Midterms 2018: Gewonnen und gescheitert - so haben Trumps Kandidaten abgeschnitten

Die US-Zwischenwahl war weder eine Bestätigung für die Politik des US-Präsidenten noch eine Ohrfeige. Das Bild ergibt auch eine Schnellanalyse des Abschneidens der Kandidaten, die von Donald Trump unterstützt wurden - es gibt keinen klaren Gewinner.

Donald Trump

Donald Trump kann sich auch als Gewinner sehen

AFP

Sechs von 13 Kandidaten, die US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf zuletzt offen unterstützt hat, sind bei der Zwischenwahl gescheitert. Sechs haben sich gegen ihre Kontrahenten von den Demokraten durchgesetzt. Das hat eine Schnellauswertung des stern ergeben. Ein Rennen in Nevada ist noch offen, in den dortigen Umfragen liegt Trumps Kandidat Dean Heller hinten. Sollte er tatsächlich verlieren, würde sich die Waage ganz leicht zu Ungunsten von Trumps Kandidaten neigen. Anders gesagt: Seine Unterstützung schadet mehr als dass sie hilft - allerdings nur unwesentlich.

Keine Ohrfeige für Donald Trump

Dieses Bild deckt sich auch mit dem Gesamteindruck der Zwischenwahl: Die oppositionellen Demokraten haben zwar die Mehrheit in Repräsentantenhaus gewonnen – und können den Präsidenten künftig deutlich mehr zusetzen, aber in der zweiten Kammer, dem Senat, verlieren sie sogar noch Sitze. Kurzum: Das Zwischenzeugnis für Donald Trump fällt also weit weniger schlecht aus, als von vielen erhofft oder befürchtet. Trumps erste (leicht überzogene) Reaktion auf Twitter: "Gewaltiger Erfolg heute Abend."

Trump selbst war in den vergangenen Wochen von Wahlkampfauftritt zu Wahlkampfauftritt geeilt. Sein Ton wurde dabei zunehmend schriller mit einigen Ausflügen in mehr oder weniger offener Fremdenfeindlichkeit. Sein Ziel dabei: Nicht die unentschiedenen Wähler ansprechen, sondern alles auf die Karte treueste Unterstützer setzen. Seine Taktik ist, Stand jetzt, sowohl aufgegangen als auch gescheitert.

Diese Kandidaten Trumps haben sich durchgesetzt:

  • Michael Waltz, Florida (Repräsentantenhaus)
  • Mike Brown, Indiana (Senat)
  • Martha McSally, Arizona (Senat)
  • Rick Scott, Florida (Senat)
  • Brian Kemp, Georgia (Gouverneur)
  • Ron DeSantis, Florida (Gouverneur)

Trumps Kandidaten, die sich nicht durchsetzen konnten:

  • Lena Epstein, Michigan (Repräsentantenhaus)
  • Bob Hugin, New Jersey (Senat)
  • Patrick Morrisey West Virginia (Senat)
  • John Faso, New York (Repräsentantenhaus)
  • Claudia Tenney, New York (Repräsentantenhaus)
  • Randy Hultgren, Illinois (Repräsentantenhaus)
  • (Für Dean Heller, Nevada, Repräsentantenhaus, liegen noch keine Zahlen vor. In den Umfragen liegt er zurück)

+++ Alle aktuellen Entwicklungen zur Midterm-Wahl in den USA lesen Sie hier im stern-Liveblog +++


Quellen: The Associated Press, Donald Trump auf Twitter, Fivethirtyeight