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Boko Haram: Mehr als 70 Tote bei Anschlag auf Moschee in Nigeria

Bei einem Bombenanschlag auf eine Moschee in Nigeria sind mehr als 70 Menschen getötet worden. Ziel war offenbar ein Emir. Er hatte zum Widerstand gegen die Terrorgruppe Boko Haram aufgerufen.

Bei einem verheerenden Sprengstoffanschlag auf die zentrale Moschee in der nordnigerianischen Stadt Kano sind am Freitag mehr als 70 Menschen getötet worden. Weitere etwa 120 Menschen seien verletzt worden, berichteten lokale Medien unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Rettungskräfte. Es werde befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen werde, weil sich viele der Verletzten in kritischem Zustand befänden. Die Krankenhäuser riefen dringend zu Blutspenden auf.

Der Anschlag habe vermutlich dem Emir der Stadt, Muhammad Sanusi, gegolten, der sich Medienberichten zufolge jedoch im Ausland aufhielt. Das religiöse Oberhaupt der Stadt hatte kürzlich zum Widerstand gegen die islamistische Terrorgruppe Boko Haram aufgerufen. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat, aber in Nigeria wurde davon ausgegangen, dass die Islamisten auch hinter diesem Anschlag steckten.

"Wir wussten, dass etwas passieren würde."

Augenzeugen zufolge detonierten kurz nacheinander mehrere Bomben, während sich die Muslime zum Freitagsgebet versammelten. Die Moschee liegt in unmittelbarer Nähe des Palastes des Emirs. "Seit seiner Attacke auf die Boko Haram wussten wir, dass etwas passieren würde", sagte ein Mitarbeiter des Emirs, der anonym bleiben wollte, der Deutschen Presse-Agentur. "Die Sicherheitsvorkehrungen sind schon seit einer Weile verschärft worden."

Augenzeugen berichteten, nach den Explosionen auch Schüsse gehört zu haben. Viele der Opfer sollen erschossen worden sein. In der Moschee sei Panik ausgebrochen, hieß es.

Boko Haram tötete bereits Tausende Menschen

Militärsprecher Ikechukwu Eze bestätigte das Attentat gegenüber der Zeitung "Premium Times", wollte aber keine Opferzahl nennen. Nur kurz zuvor war von einem Bombenanschlag im Nordosten des Landes mit 35 Toten berichtet worden.

Boko Haram terrorisiert die Region seit Jahren mit blutigen Anschlägen und Entführungen. Ziel sind dabei nicht nur Christen sondern auch immer wieder moderate Muslime. Den Extremisten sind in den vergangenen fünf Jahren bereits Tausende Menschen zum Opfer gefallen. Die Miliz will im Norden des bevölkerungsreichsten Landes in Afrika einen Gottesstaat aufbauen.

lie/DPA / DPA