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Nach Anschlag: Zweite Bombe auf Mallorca gefunden

Angst vor Terror auf Mallorca: Nach einem Bombenanschlag mit zwei Toten hat die Polizei einen weiteren Sprengsatz auf der Ferieninsel entdeckt. Unterdessen haben die Behörden den Flughafen wieder geöffnet. Er war wegen der Fahndung nach den Attentätern vorübergehend abgeriegelt worden.

Der Flughafen auf der spanischen Ferieninsel Mallorca ist nach einer vorübergehenden Schließung wieder geöffnet worden. Die Anlage war am Donnerstag nach dem Tod von zwei Polizisten bei einem Terroranschlag von den Sicherheitskräften vorübergehend geschlossen worden. Wie die spanische Flughafenbehörde Aena mitteilte, dauerte die Sperrung eine Stunde und 40 Minuten. Wegen der Schließung hätten keine Flüge gestrichen werden müssen. Zahlreiche Starts und Landungen verspäteten sich jedoch. Der Flughafen Son Sant Joan ist während der Feriensaison einer der Airports mit dem höchsten Passagieraufkommen in Europa. Ob auch die See- und Jachthäfen der Insel wieder geöffnet sind, ist noch unklar.

Mit der Sperrung wollten die Behörden verhindern, dass der oder die Attentäter von der Insel fliehen konnten. Eine Explosion vor einer Polizeikaserne auf der Insel hatte gegen 14 Uhr zwei Beamte in den Tod gerissen. Entgegen ersten Meldungen wurde bei dem Anschlag nach Auskunft der Polizeipräfektur niemand verletzt. Die Bombe war in Palmanova explodiert, südwestlich der Hauptstadt Palma de Mallorca, unweit des bei Touristen beliebten Strandes Magaluz.

Bei dem Anschlag benutzten die Terroristen eine ferngezündete Haftbombe, die sie am Boden eines Polizeifahrzeuges, eines Nissan Patrol, angebracht hatten. Die Detonation hatte eine ungeheure Wucht: Eine Leiche musste laut "El Pais" von einem Baum geborgen werden. Die andere lag auf der Straße.

Blutiger Geburtstagswoche

In der Nähe des Tatorts entdeckten die Ermittler später einen zweiten Sprengsatz, der unter einem seit längerem nicht genutzten Polizeiauto angebracht ist. Das Fahrzeug steht vor einer weiteren Polizeikaserne in Palmanova, die zur Zeit umgebaut wird. Sprengstoffexperten der Polizei wollten die Bombe nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur EFE noch am Abend mit einer "kontrollierten Sprengung" unschädlich machen.

Nach Angaben der Ermittler deutet alles darauf hin, dass es sich um einen weiteren Anschlag der Eta handelt. Morgen vor 50 Jahren ist die baskische Terrororganisation gegründet worden. Die Geburtstagswoche wird entsprechend gefeiert: Am Mittwoch war in der nordspanischen Stadt Burgos vor einer Polizeikaserne eine 200-Kilo-Bombe gezündet worden. 65 Menschen wurden dabei verletzt. Die betroffene Polizeikaserne auf Mallorca gehört zur paramilitärischen Guardia Civil, die bei der Eta besonders verhasst ist.

Erstmals Tote nach Anschlag auf Mallorca

Die Eta hatte in der Vergangenheit mehrere Anschläge auf Mallorca verübt, dabei aber bislang keinen Menschen getötet. Im Jahr 1995 war die Organisation auf der Insel mit dem Vorhaben gescheitert, den spanischen König Juan Carlos mit einem Präzisionsgewehr zu erschießen. Der Anschlag auf die Polizisten geschah etwa acht Kilometer vom Marivent-Palast entfernt, in dem die königliche Familie traditionell ihre Sommerferien verbringt. Juan Carlos und Königin Sofía werden für Samstag auf Mallorca erwartet.

Zunächst hieß es, dass der Flughafen noch bis etwa 22 Uhr gesperrt bleiben sollte. Bereits nach kurzer Zeit hatten sich im europäischen Flugverkehr massive Verspätungen aufgebaut. Reiseveranstalter hatten bereits begeonnen, Unterkünfte für Tausende Passagiere zu organisieren, deren Flüge gestrichen werden sollte.

DPA/AP/ben/mre / AP / DPA