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Nach Blutbad auf Golanhöhen Israel beschwert sich bei UN über Syrien


23 Tote, 350 Verletzte - nach dem tödlichen Grenzsturm auf den Golanhöhen spitzt sich die Situation zwischen Israel und Syrien zu. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ruft zum Gewaltverzicht auf, Israels Armee ist in Alarmbereitschaft.

Der tödliche Grenzstreit zwischen Israel und Syrien ruft auch die Vereinten Nationen auf den Plan. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bedauere "den Verlust von Leben" und verurteile "die Anwendung von Gewalt und alle Handlungen, die Gewalt provozieren können", erklärte ein Sprecher Bans am Montag in New York. Es gelte, "höchste Zurückhaltung" zu wahren und das Völkerrecht zu achten, um Zivilisten zu schützen.

Israel hatte angekündigt, bei den Vereinten Nationen Beschwerde gegen Syrien einzulegen. Das bestätigte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums. Israel wirft Syrien vor, es missbrauche die palästinensischen Demonstranten, um von den internen Unruhen in dem arabischen Land abzulenken.

Am Sonntag waren nach syrischen Angaben an der Grenze 23 Menschen getötet und 350 weitere verletzt worden. Israel bestritt diese Angaben. Die Armee habe Kenntnis von "zehn Toten und Verletzten durch Brandsätze der Krawallmacher", sagte eine Sprecherin. Die Soldaten blieben deswegen weiter in erhöhter Alarmbereitschaft. Sie hätten Anweisung erhalten, niemanden von Syrien aus über die Grenze zu lassen.

Demonstranten als "Kanonenfutter"?

Die pro-palästinensischen Demonstranten hatten am sogenannten Naksa-Tag versucht, die Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen zu überrennen. Am Naksa-Tag protestieren Palästinenser gegen die israelische Besetzung der syrischen Golanhöhen im Sechstagekrieg 1967.

Der israelische Vize-Außenminister Danny Ajalon warf dem syrischen Präsidenten Baschar al Assad vor, er setze die Demonstranten als "Kanonenfutter" gegen Israel ein. Israel habe das Recht und die Pflicht, seine Souveränität zu verteidigen, sagte er dem israelischen Rundfunk am Montag.

Das von den Muslimbrüdern und der noch jungen Demokratiebewegung bedrängte syrische Regime hatte die dramatischen Szenen, die sich auf den Golanhöhen abspielten, am Sonntag offensichtlich ausgeschlachtet, um von den Massakern im eigenen Land abzulenken. Das syrische Staatsfernsehen strahlte am Sonntag eine Dokumentation mit dem Titel "Der Golan in meinem Herzen" aus.

Das Assad-Regime soll Gerüchten zufolge Demonstranten für die Teilnahme an dem Grenzsturm bezahlt haben. Syrische Bauern hätten 1000 Dollar für ihre Anwesenheit bekommen, Familien von Todesopfern sollten sogar 10.000 Dollar bekommen, hieß es in einer Mitteilung der oppositionellen syrischen Reformpartei, die sich auf Geheimdienstinformationen berief.

Zuletzt hatte es vor drei Wochen mehr als ein Dutzend Tote und Hunderte Verletzte gegeben, als palästinensische Demonstranten anlässlich des Jahrestages der Staatsgründung Israels von Libanon aus die Grenze nach Israel und von Syrien aus die Grenze zu den israelisch besetzten Golanhöhen stürmten.

bel/DPA/AFP DPA

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