Nach Luftangriff auf Zivilisten Isaf-Kommandeur McChrystal entschuldigt sich per Video

Nach dem Tod von mehr als 20 Zivilpersonen bei einem Luftangriff in Afghanistan hat sich NATO-Kommandeur Stanley McChrystal persönlich bei der afghanischen Bevölkerung entschuldigt.

Er habe eine umfassende Untersuchung eingeleitet, betonte der US-General in einem Videofilm, der am Dienstag auf der NATO-Website veröffentlicht wurde. "Ich verspreche Ihnen, unsere Bemühungen zu verstärken, damit wir Ihr Vertrauen zurückgewinnen, um eine bessere Zukunft für alle Afghanen zu bauen", sagte McChrystal in dem Beitrag, der in die Sprachen Dari und Paschto übersetzt wurde.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die NATO wiederholt dazu aufgerufen, bei ihren Militäraktionen mehr auf den Schutz der Zivilbevölkerung zu achten. Die Zahl der getöteten Zivilpersonen bei dem Angriff vom Sonntag in der Provinz Urusgan war die höchste seit September vergangenen Jahres, als US-Piloten auf Anforderung der Bundeswehr zwei von Aufständischen entführte Tanklastwagen in Kundus bombardierten. Damals kamen nach afghanischen Angaben etwa 40 Zivilpersonen ums Leben.

Offensive "chaotisch und unglaublich verheerend"

NATO-Truppen setzten unterdessen ihre Offensive in der Taliban-Hochburg Mardschah in der südlichen Provinz Helmand fort. Nach Militärangaben gelang es amerikanischen und afghanischen Soldaten bei ihrem Vorstoß von Nord und Süd am Dienstag erstmals, sich in der Mitte der Stadt zu treffen.

Dies wurde nach zehn Tagen Kampf als deutlicher Fortschritt gewertet, da es den Austausch zwischen Soldaten und Munition zwischen den diversen Einheiten erleichtert. Am Montag hatte US-Generalstabschef Mike Mullen die Offensive in Mardschah noch als "chaotisch und unglaublich verheerend" bezeichnet. Das heiße aber nicht, dass sie die Kosten nicht wert sei, betonte der Admiral in Washington.

Vielmehr seien die Truppen auf einem guten Weg. In Laschkar Gah, der Provinzhauptstadt von Helmand, explodierte am Dienstagmorgen ein Sprengsatz. Dabei kamen nach Polizeiangaben mindestens acht Menschen ums Leben, 16 weitere wurden verletzt. Auch in anderen Landesteilen kam es wieder zu Anschlägen mit Toten und Verletzten.

Deb Riechmann, APN APN

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