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Nach Protesten in Jordanien: König Abdullah II. entlässt Regierung Rifai

Nach den teils gewalttätigen Protesten in Tunesien und Ägypten geht auch in anderen autoritär regierten arabischen Ländern die Sorge vor einem möglichen Volksaufstand um. In Jordanien hat König Abdullah II. nun die Regierung entlassen.

Jordaniens König Abdullah hat nach offiziellen Angaben die Regierung entlassen. Zudem habe der US-Verbündete am Dienstag seinen ehemaligen Militärberater Maruf Bachit damit beauftragt, ein neues Kabinett zu bilden, sagte ein Regierungsvertreter.

In Jordanien hatte es inspiriert von dem Umsturz in Tunesien zuletzt wiederholt Proteste gegen die Regierung von Ministerpräsident Samir Rifai gegeben. Die Demonstranten forderten auch eine Rücknahme von Wirtschaftsreformen, von denen nach Ansicht vieler Jordanier vor allem der reiche Teil der Bevölkerung profitiert. Das Land hat derzeit mit der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten zu kämpfen.

Rifai hatte seine erste Regierung Ende 2009 gebildet, im November 2010 bildete er sein Kabinett dann um. Sein Nachfolger Bachit war bereits von 2005 bis 2007 Ministerpräsident.

Der an Bodenschätzen arme Wüstenstaat Jordanien ist mit gut 89 000 Quadratkilometern etwa doppelt so groß wie Niedersachsen. Das zwischen Israel und dem Irak gelegene Königreich bemüht sich in einer konfliktreichen Region um Stabilität und Ausgleich. König Abdullah II. verfolgt seit seiner Thronbesteigung 1999 den gleichen Kurs wie sein Vater Hussein. Dieser hatte sich um gute Beziehungen zu allen Nachbarstaaten bemüht.

DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters