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Nach umstrittenen Äußerungen: Japans Wiederaufbauminister tritt zurück

Rekordverdächtig kurze Amtszeit: Der erst seit gut einer Woche amtierender Minister für den Wiederaufbau der japanischen Katastrophengebiete, Ryu Matsumoto, reichte am Dienstag seinen Rücktritt ein.

Schwerer Schlag für Japans Ministerpräsidenten Naoto Kan: Der gerade erst ernannte Wiederaufbauminister Ryu Matsumoto ist wegen deplatzierter Bemerkungen zurückgetreten. Nach nur einer Woche im Amt unterrichtete er Kan am Dienstag über seine Absicht. Der Minister war in den vergangenen Tagen heftig in die Kritik geraten. Kan wollte nach Angaben des japanischen Fernsehsenders NHK noch am selben Tag einen Nachfolger bestimmen. Auch der Ministerpräsident selber steht unter wachsendem Rücktrittsdruck seitens der Opposition wie auch im eigenen Lager. Ihm wird Missmanagement in der Krise vorgeworfen.

Der erst seit einem Jahr amtierende Kan hatte erst kürzlich ein Misstrauensvotum im Parlament überstanden, nachdem er zuvor seinen Rücktritt in Aussicht gestellt hatte. Sobald die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima unter Kontrolle sei und es Erfolge beim Wiederaufbau der Katastrophenregion gebe, sei er bereit, abzutreten. Einen Zeitpunkt nannte er gleichwohl nicht. Geht es nach japanischen Medien, könnte sich der Rücktritt seines Wiederaufbauministers auf den Zeitpunkt seines eigenen Ausscheidens auswirken.

Matsumoto soll laut japanischen Medienberichten unter anderem dem Gouverneur der Provinz Iwate gesagt haben, dass seine Regierung nur denjenigen Gemeinden helfen werde, die eigene Ideen für den Wiederaufbau entwickelten. Gemeinden, die das nicht machten, werde man nicht helfen. Matsumoto entschuldigte sich am Dienstag vor der Presse. Er habe sich stets den Opfern verbunden gefühlt. Sollten seine Worte aber als harsch empfunden worden sein, so tue ihm das leid, sagte Matsumoto nach Einreichung seines Rücktrittsgesuchs.

cjf/DPA/Reuters / DPA / Reuters
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