Nach zehn Jahren Einzelhaft Öcalan bekommt Gesellschaft auf Gefängnisinsel


Nach zehn Jahren Einzelhaft hat PKK-Chef Abdullah Öcalan in der Türkei auf der Gefängnisinsel Imrali Gesellschaft bekommen. Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge verlegte die Regierung in Ankara am Dienstag fünf Häftlinge in die Haftanstalt in der Nähe von Istanbul, wo Öcalan seit Februar 1999 einsitzt.

Nach zehn Jahren Einzelhaft hat PKK-Chef Abdullah Öcalan in der Türkei auf der Gefängnisinsel Imrali Gesellschaft bekommen. Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge verlegte die Regierung in Ankara am Dienstag fünf Häftlinge in die Haftanstalt in der Nähe von Istanbul, wo Öcalan seit Februar 1999 einsitzt. Die Häftlinge seien ebenfalls verurteilte Mitglieder der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Mit ihnen darf Öcalan künftig bis zu zehn Stunden in der Woche verbringen.

Öcalan, Gründer und Chef der PKK, war nach längerer Flucht im Februar 1999 von türkischen Agenten in Kenia festgenommen und nach Imrali gebracht worden. Ein Gericht verurteilte ihn dort wenig später zum Tode; die Todesstrafe wurde später in lebenslange Haft umgewandelt. Öcalan war bislang der einzige Häftling auf der schwer bewachten Gefängnisinsel. Lediglich engste Verwandten und seine Anwälte dürfen ihn regelmäßig besuchen. Der Europarat und kurdische Aktivisten hatten die lange Einzelhaft kritisiert. Im vergangenen Jahr signalisierte Ankara die Bereitschaft, zusätzliche Häftlinge nach Imrali zu schicken.

Türkische Medien hatten Anfang November berichten, dass acht Häftlinge auf die Insel verlegt werden sollten. Außerdem würden dem PKK-Chef weitere Hafterleichterungen gewährt. So soll Öcalan erstmals über ein Fernsehgerät in seiner Zelle verfügen und zusammen mit seinen Mithäftlingen einen Raum für handwerkliche Arbeiten oder Gespräche nutzen können.

Die verbesserten Haftbedingungen für Öcalan sind Teil von Bemühungen der Regierung um eine friedliche Beilegung des Kurdenkonflikts. Die Regierung in Ankara will die im Nordirak verschanzte PKK mit Hilfe politischer Gesten und Reformen sowie einer engen Zusammenarbeit mit den irakischen Behörden dazu bringen, den 1984 begonnen bewaffneten Kampf einzustellen. In dem Konflikt sind rund 40.000 Menschen getötet worden, Millionen flohen aus dem südostanatolischen Kurdengebiet in andere Teile der Türkei oder nach Europa.

AFP AFP

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