Nachkriegsordnung USA wollen Irak in drei Zonen aufteilen


Die USA und ihre Verbündeten wollen den Irak in mindestens drei Militär-Sektoren aufteilen. Diese sollen von einer multinationalen Truppe jeweils unter Führung der USA, Großbritanniens und Polens kontrolliert werden.

Zur Stabilisierung des Irak wollen die USA und ihre Verbündeten das Land in mindestens drei Militär-Sektoren aufteilen. Wie der US-Sender CNN unter Berufung auf hohe US-Regierungsbeamte berichtete, sollen die Sektoren von einer multinationalen Truppe jeweils unter Führung der USA, Großbritanniens und Polens kontrolliert werden. Ein UN-Mandat sei nicht vorgesehen. Die internationale Truppe soll unter dem Oberbefehl von US-General Tommy Franks stehen, der die alliierten Truppen während des Kriegs befehligte.

Kein Ersatz für die US-Truppen im Irak

Die Stabilisierungstruppe soll einem Gewährsmann aus US-Regierungskreisen so rasch wie möglich ihre Arbeit aufnehmen. Nach seinen Angaben werden die USA ihren Sektor alleine kontrollieren. Die Länder, die sich an der Truppe beteiligen wollen, sollen jeweils dem Sektor der Briten oder der Polen zugeteilt werden. Die Amerikaner werden etwa 20.000 Mann für die Truppe bereitstellen. Die Stabilisierungstruppe soll jedoch nicht die bereits in Irak befindlichen 135.000 US-Soldaten ersetzen.

Deutschland wurde nicht gefragt

Wie CNN weiter berichtete, hätten insgesamt zehn Staaten ihre Bereitschaft erklärt, sich an der Stabilisierungstruppe für den Irak zu beteiligen, darunter auch Italien, Spanien, Dänemark und die Niederlande. Deutschland, Frankreich und Russland seien nicht um Unterstützung gebeten worden.

Nur humanitäre Aufgaben für die UN vorgesehen

Außerdem sehe der Plan, der am vergangenen Mittwoch bei einer Konferenz von 16 der an der Koalition gegen das Regime von Saddam Hussein beteiligten Staaten in London beschlossen worden sei, für die UN im Irak künftig nur humanitären Aufgaben vor. Die USA und Großbritannien hätten bereits einen entsprechenden Resolutionsentwurf für den Weltsicherheitsrat vorbereitet.

EU ringt um gemeinsame Position

Unterdessen will die EU für künftige Irak-Debatten im Sicherheitsrat eine gemeinsame Position entwickeln. Das sagte Bundesaußenminister Joschka Fischer nach Beratungen mit seinen EU-Kollegen auf Rhodos. Nach Fischers Angaben will man nach den Differenzen über den Irak-Krieg in der Europäischen Union nun alle Anstrengungen unternehmen, um wieder zu einer einheitlichen Haltung zu kommen. Ebenso deutlich sei bei dem Treffen der EU-Außenminister auf der griechischen Insel Rhodos der Wunsch gewesen, auch mit den USA wieder eine gemeinsame Position zu finden.

Nach Angaben des griechischen Außenministers und derzeitigen Vorsitzenden des EU-Ministerrats, Giorgos Papandreou, soll der für Außenbeziehungen zuständige EU-Kommissar Chris Patten ein mögliches Engagement der Union im Irak vorbereiten. Das gelte für Hilfen beim Wiederaufbau wie auch für die Entwicklung neuer Strukturen zum Beispiel im Justizwesen. Dafür soll auch die Rückkehr diplomatischer Vertreter der EU-Staaten in den Irak vorbereitet werden, die sich vor Ort ein Bild machen könnten. Konkrete Beschlüsse hierzu wurden bei dem informellen Treffen der Minister jedoch noch nicht gefasst.


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