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Nahost-Friedensverhandlungen Al-Dschasira veröffentlicht Geheimdokumente


Palästinensische Unterhändler sollen nach jetzt veröffentlichten Geheimdokumenten im Jahr 2008 weitreichende Zugeständnisse zum künftigen Status Jerusalems gemacht haben. Das geht aus einem Dokument hervor, das der arabische Fernsehsender Al-Dschasira am Sonntag veröffentlichte.

Der arabische Nachrichtensender Al Dschasira hat am Sonntagabend damit begonnen, "vertrauliche Dokumente" über die Nahost-Friedensverhandlungen zu veröffentlichen. Nach Angaben des Senders belegen die Dokumente, dass die Palästinenser zu weitaus weitreichenderen Zugeständnissen an Israel bereit sind als allgemein bekannt. Diese beträfen den künftigen Status von Jerusalem sowie die Frage der palästinensischen Flüchtlinge. Laut Al Dschasira handelt es sich um die bislang größte Veröffentlichung geheimer Dokumente zum Konflikt zwischen Israel und Palästinensern. Die mehr als 1600 Dokumente sollen über die kommenden Tage verteilt vollständig veröffentlicht werden.

In den Dokumenten geht es laut Al Dschasira unter anderem um "Treffen zur Sicherheitskoordinierung" zwischen Israel und Palästinensern. Einige Dokumente zeigen laut dem Sender, dass palästinensische Unterhändler der israelischen Seite die Bereitschaft signalisierten, entgegen der in der Öffentlichkeit stets vertretenen harten Linie auf zahlreiche Stadtteile in Jerusalem zu verzichten.

Der Chefunterhändler der Palästinenser, Sajeb Erakat, soll Israel angeboten haben, dass über zehn Jahre verteilt lediglich jährlich 10.000 palästinensische Flüchtlinge, also insgesamt 100.000 Flüchtlinge, in ihre Heimat zurückkehren sollten. Das Schicksal der rund fünf Millionen palästinensischen Flüchtlinge ist, wie der Status von Jerusalem, einer der Hauptkonfliktpunkte in den Nahost-Friedensverhandlungen.

Erakat sagte zu Al Dschasira, die meisten der Dokumente seien "Lügengespinste". Die Palästinenserführung habe nichts zu verstecken und habe nie ihre Positionen aufgegeben. "Wenn wir wirklich auf die (Rückkehr der) Flüchtlinge verzichtet und solche Zugeständnisse gemacht hätten, warum hat dann Israel nicht eingewilligt, einen Friedensvertrag zu unterzeichnen?".

Reuters/AFP Reuters

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