Nahost Gewalt im Gazastreifen eskaliert


Trotz einer Waffenruhe sind im Gazastreifen erneut Kämpfe zwischen den rivalisierenden Gruppen Hamas und Fatah ausgebrochen. Zwei Menschen starben. Die Gespräche über eine angestrebte Einheitsregierung wurden verschoben.

Bei der bisher schlimmsten Eskalation der Kämpfe zwischen den rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah sind seit Donnerstag 19 Menschen getötet worden. Vier Männer seien am Samstag nach Verletzungen gestorben, die sie bei Schießereien erlitten, verlautete aus palästinensischen Polizeikreisen in Gaza. Die regierende Hamas und die Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas setzten ihre geplanten Gespräche über eine gemeinsame Regierung aus.

Seit dem Wahlsieg der Hamas im vergangenen Jahr und der folgenden Bildung einer Hamas-Regierung sind beide Gruppen in einen blutigen Machtkampf verstrickt. Abbas will Neuwahlen, sollte es keine Einigung auf eine Regierung der nationalen Einheit geben.

Waffenruhe vom Freitag nicht eingehalten

Mehr als 60 Menschen seien seit Donnerstag verletzt worden, verlautete aus Polizeikreisen weiter. Beide Gruppen haben Anhänger der gegnerischen Seite verschleppt. Zwei Menschen starben am Samstag bei Schießereien nahe der Islamischen Universität in Gaza. Zwei weitere Menschen erlagen in Krankenhäusern ihren Schussverletzungen. Auch im Norden des Gazastreifens, in Dschabalia und Bet Lahia, gingen die Zusammenstöße zwischen bewaffneten Anhängern der Fatah und der Hamas weiter.

Am Freitagabend hatten sich die rivalisierenden Gruppen in Gaza erneut auf eine Waffenruhe geeinigt. Diese wurde aber zunächst nicht eingehalten. Bisherige Abkommen über Waffenruhen zwischen Vertretern der Fatah von Abbas und der Hamas von Ministerpräsident Ismail Hanija erwiesen sich immer wieder als kurzlebig.

Gespräche verschoben

Angesichts der anhaltenden Gewalt verschoben die Hamas-Regierung und die Fatah von Abbas ihre Gespräche über die angestrebte Einheitsregierung. „So lange die Putschisten innerhalb der Fatah ihre Angriffe fortsetzen, kann es keinen Dialog geben“, sagte ein Sprecher der Hamas. Die Fatah machte dagegen die Hamas für die Kämpfe verantwortlich. „Wir von der Fatah haben die Gespräche nicht abgebrochen“, sagte ein Sprecher. „Diejenigen, die den Dialog gestoppt haben, müssen nun zurückkehren.“

Reuters/AP AP Reuters

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