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Nahost-Konflikt: Israel bietet Palästinensern Friedensgespräche an

Unerwartetes Signal aus Israel: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Palästinensern neue Friedensverhandlungen vorgeschlagen - ohne Vorbedingungen und "je früher, desto besser". Die Palästinenser reagierten jedoch skeptisch.

Der rechtsorientierte israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (Likud) hat den Palästinensern angeboten, die Friedensverhandlungen sofort und ohne Vorbedingungen wieder aufzunehmen. Netanjahu sagte dies während einer Videoansprache, die in der Nacht zum Dienstag auf einer Tagung der pro-israelischen Lobby-Organisation Aipac in Washington übertragen wurde. Er bekannte sich zwar weiterhin nicht ausdrücklich zur Schaffung eines unabhängigen Palästinenserstaates, sprach aber von der Notwendigkeit einer "neuen Einstellung".

Seine Regierung strebe eine Zusammenarbeit mit der arabischen Welt und den Palästinensern an, sagte Netanjahu israelischen Medienberichten zufolge. "Wir wollen eine Normalisierung wirtschaftlicher und diplomatischer Verbindungen", erklärte der Ministerpräsident. "Wir wollen Frieden mit der arabischen Welt, aber wir wollen auch Frieden mit den Palästinensern."

Deren Führung im Westjordanland reagierte skeptisch. "Dies ist nicht genug", sagte der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat am Dienstag. "Wir brauchen ein Bekenntnis Israels zu einer Zwei-Staaten-Lösung und einen Stopp der Siedlungsaktivitäten."

Netanjahu schlug Friedensbemühungen in drei Bereichen vor: Wirtschaft, Sicherheit und Politik. "Dies bedeutet, dass wir Verhandlungen ohne Verzögerung aufnehmen, je früher, desto besser - ohne jede Vorbedingung."

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit solle politische Verhandlungen nicht ersetzen, sondern unterstützen. "Ich will sehen, dass palästinensische Jugendliche eine Zukunft haben", sagte Netanjahu. "Ich will nicht, dass sie Geiseln eines Kults von Tod, Verzweiflung und Hass sind. Ich will, dass sie Jobs haben." Er glaube, man könne in Zusammenarbeit mit US-Präsident Barack Obama und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas "die Skeptiker besiegen und die Welt überraschen".

Israel sei jedoch nicht bereit, Kompromisse im Bereich der Sicherheit zu schließen. Damit eine endgültige Friedensregelung erzielt werden könne, müssten die Palästinenser Israel als jüdischen Staat anerkennen.

DPA / DPA