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Nahost-Konflikt: Sieben Tote nach erneutem Raketenangriff

Bei einem neuen israelischen Hubschrauberangriff in Gaza sind mindestens sieben Palästinenser getötet worden, darunter zwei Kleinkinder.

Bei einem neuen israelischen Raketenangriff auf Hamas-Aktivisten sind am Donnerstag in Gaza sieben Palästinenser getötet worden, darunter zwei Kleinkinder. Es war der fünfte israelische Hubschrauberangriff in der Stadt innerhalb von zwei Tagen. Der Hamas-Führer Mahmud Asahar erklärte nach dem Angriff, "alle Israelis und vor allem (Ministerpräsident Ariel) Scharon" seien von nun an Zielscheiben seiner radikal-islamischen Organisation. Er rief alle ausländischen Staatsbürger dazu auf, Israel und die Palästinensergebiete so schnell wie möglich zu verlassen, weil Hamas schwere Anschläge plane. Am Mittwoch hatte sich die Hamas zu einem Bombenanschlag auf einen Bus in Jerusalem bekannt, bei dem ein Selbstmordattentäter 16 Menschen mit in den Tod gerissen hatte.

Auch Helfer wurden getroffen

Israelische Kampfhubschrauber feuerten nach Augenzeugenberichten drei Raketen auf ein Fahrzeug im Stadtzentrum Gazas ab, in dem die Hamas-Mitglieder Jassir Taha und Dschihad Surur sowie Tahas Frau und seine beiden Kinder im Alter von drei und fünf Jahren unterwegs waren. Bei den weiteren Toten handelte es sich um Passanten, die den Insassen des brennenden Autos helfen wollten und dabei selbst von einer weiteren Rakete getroffen wurden.

Unerbittlicher Kampf mit allen Mitteln"

Nach dem blutigen Selbstmordanschlag von Jerusalem mit 17 Toten und mehr als 100 Verletzten hatte Israel die Palästinenserführung am Donnerstag scharf angegriffen und einen unerbittlichen Kampf gegen die Hamas "mit allen Mitteln" angekündigt. Hamas teilte daraufhin mit, der Anschlag in Jerusalem sei "nur der erste in einer Serie" gewesen.

Scharon hatte vor dem neuen Hubschrauberangriff in Gaza gesagt, wenn er sich "zwischen dem Kampf gegen den Terror und der Unterstützung für (Ministerpräsident) Mahmud Abbas entscheiden" müsse, "werde ich die erste Option wählen".

Scharon bezeichnet palästinensische Führung als Waschlappen

Er bezeichnete die palästinensische Führung während einer Kabinettssitzung in Jerusalem als "Jammerlappen". Sie unternehme nichts gegen den Terror. "Aber wenn er dann passiert, heulen sie nur rum." Parlamentspräsident Reuwen Riwlin sagte, Scharon werde "keinerlei Ratschläge oder Anordnungen der USA oder Europas hinsichtlich des Kriegs gegen den Terror akzeptieren".

"Abbas ist ein 'Küken'"

Palästinenserpräsident Jassir Arafat und Abbas hatten am Mittwochabend den blutigen Selbstmordanschlag in Jerusalem klar verurteilt. Abbas sei ein politisches "Küken", meinte Scharon am Donnerstag, weil dieser sage, er könne nicht gegen die extremistischen Palästinensergruppen vorgehen. "Ich werde nicht warten, bis dieses Küken Federn bekommt", sagte Scharon seinen Ministern.

30.000 Palästinenser bei Begräbnissen

Im Gazastreifen nahmen am Donnerstagmittag etwa 30.000 Palästinenser an den Begräbnissen von zwei Hamas-Aktivisten teil, die am Vortag bei einem israelischen Raketenangriff getötet worden waren. Dabei waren auch sechs unbeteiligte Passanten ums Leben gekommen. Am frühen Donnerstagmorgen töteten die israelische Armee bei einem neuen Hubschrauberangriff in Gaza wieder zwei Palästinenser. Angesichts der israelischen Ankündigungen, alle Mitglieder der politischen Hamas-Führung seien vogelfrei, kamen einige von ihnen in Begleitung bewaffneter Leibwächter.

"Hamas mit allen Mitteln bekämpfen"

Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas wies die Armee nach dem Anschlag in Jerusalem dazu an, Hamas "mit allen Mitteln" zu bekämpfen. Der israelische Rundfunk zitierte am Donnerstag Regierungskreise in Jerusalem mit der Äußerung, bei dem Friedensgipfel in Akaba vor einer Woche sei ein Ende der Liquidierungen überhaupt nicht zur Sprache gekommen. Daher habe Israel nicht versprochen, sie zu stoppen. Solange die Autonomiebehörde den Terror nicht bekämpfe, werde Israel dies selbst tun.

DPA