Nahost-Konflikt USA rufen zur Rettung des Nahost-Friedensplanes auf


Angesichts der Welle an Gewalt im Nahen Osten haben die USA die Staaten der Region aufgerufen, den Friedensplan zu retten. Sicherheitsexperte fürchten allerdings, dass die Anschläge erst der Anfang seien.

Angesichts der Welle an Gewalt im Nahen Osten haben die USA die Staaten der Region aufgerufen, den Friedensplan zu retten.

Die Gelegenheit zur Lösung des Konflikts dürfe nicht verpasst werden, sagte US-Außenminister Colin Powell in Washington. Israel und die Palästinenser müssten "die Welle an Gewalt entschlossen durchbrechen und sicherstellen, dass wir nicht gestoppt werden." US-Regierungssprecher Ari Fleischer bezeichnete die radikale Palästinenser-Organisation Hamas als Haupthindernis auf dem Weg zum Frieden. Bei einem dritten Angriff auf Hamas-Mitglieder innerhalb von 24 Stunden tötete die israelische Armee im Gaza-Streifen sieben Palästinenser. Israels Ministerpräsident Ariel Scharon hatte zuvor den Ton gegenüber seinem palästinensischen Kollegen Mahmud Abbas verschärft und ihn als "zahnlosen Tiger" bezeichnet.

"Wir müssen vorwärts kommen"

"Die Botschaft ist, dass wir vorwärts kommen müssen, dass es eine Katastrophe wäre, wenn wir diese Gelegenheit verpassen würden", sagte Powell. Der von den USA, den Vereinten Nationen (UNO), der Europäischen Union (EU) und Russland ausgearbeitete Friedensplan fordert ein Ende der Gewalt, damit bis 2005 ein Palästinenser-Staat geschaffen werden könne. Bei einem Gipfeltreffen mit den Konfliktparteien hatte US-Präsident George W. Bush in der vergangenen Woche Scharon und Abbas persönlich darauf verpflichtet.

"Die Terroristen sind das Problem"

Bushs Sprecher Fleischer benannte die Hamas als Ursprung der neuen Gewalt und sagte, das Problem sei weder bei der israelischen noch bei der palästinensischen Regierung zu suchen: "Das Problem ist nicht Israel, das Problem ist nicht die Palästinenser-Regierung, das Problem sind Terroristen, die töten, um den (Friedens-)Prozess zu stoppen."

Powell sagte, er habe sich mit Regierungen im Nahen Osten in Verbindung gesetzt und sie aufgefordert, hart gegen die Hamas, den palästinensischen Islamischen Dschihad "und die anderen terroristischen Organisationen" vorzugehen. "Es ist die Pflicht einer jeden Nation auf der Welt, ... (die Gruppen) mit aller Kraft zu zerschlagen." Die Hamas will die Zerstörung Israels und hatte sich zu dem Selbstmordattentat in Jerusalem bekannt, bei dem am Vortag 16 Menschen in den Tod gerissen und mehr als hundert verletzt wurden. Gemeinsam mit dem Dschihad und den El-Aksa-Brigaden hatte sie zudem am Sonntag vier israelische Soldaten getötet.

"Das ist nur der Anfang"

Der dritte Raketenangriff in Gaza-Stadt seit dem Selbstmordattentat galt einem hochrangigen Hamas-Mitglied, das in seinem Fahrzeug gemeinsam mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter ums Leben kam. Mehr als 40 Passanten wurden Augenzeugen zufolge verletzt.

"Dieses gezielte Töten ist nur der Anfang", hieß es in israelischen Sicherheitskreisen. Das Verteidigungsministerium habe der Armee den Befehl erteilt, "alles, was sie hat" gegen die Hamas einzusetzen. Scharon hatte Regierungskreisen zufolge zuvor im Kabinett gesagt, Abbas sei ein zahnloser Tiger "und wir müssen ihm helfen, den Terror zu bekämpfen, bis ihm Zähne wachsen." Die Palästinenser-Führung wirft Israel vor, sie könne so lange nicht gegen militante Gruppen durchgreifen, wie Israel militärisch in den Palästinenser-Gebieten vorgehe.

"Warten wir ab, wer am Ende wen zerstört"

In der Nacht und am Vortag hatte die israelische Armee bei zwei Angriffen vier Hamas-Mitglieder und sieben weitere Palästinenser getötet. Bei deren Beerdigung schrien Tausende von Palästinensern am Donnerstag nach Rache: "Bombe für Bombe und Blut für Blut."

Die Hamas zeigte sich zu weiteren Anschlägen entschlossen. "Warten wir ab, wer hier wen zerstört", sagte das Führungsmitglied Mahmud el Sahar nach dem Angriff am Donnerstag. Das Selbstmordattentat am Vortag sei nur der Auftakt einer neuen Serien von Racheschlägen, sagte ein anderer Vertreter der Organisation. Er forderte Ausländer auf, sich in Sicherheit zu bringen und Israel zu verlassen.

DPA

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