Nahost-Krise US-Außenministerin Rice plant Nahost-Reise

Nach der Eskalation des Nahost-Konfliktes hat US-Außenministerin Condoleezza Rice angekündigt, in die Krisenregion Nahost zu reisen. Zuvor waren israelische Bodentruppen in den Libanon eingedrungen.

US-Außenministerin Condoleezza Rice will in die Krisenregion Nahost reisen, um vor Ort zu einer Beruhigung der angespannten Lage beizutragen. Die Politikerin werde allerdings erst nach ihrer Rückkehr vom G-8-Gipfeltreffen in Russland entscheiden, wann genau sie aufbrechen werde. Der Sprecher sagte nicht, welche Orte Ziel der Reise seien.

Zuvor hatten die Kämpfe zwischen Israel und den radikalislamischen Hisbollah-Milizen offenbar eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nach Angaben der "Jerusalem Post" sind israelische Bodentruppen kurzzeitig in den Süden des Libanon eingedrungen. Mit Berufung auf einen Sprecher der israelischen Regierung hat die Online-Ausgabe der israelischen Tageszeitung "Jerusalem Post" am späten Montagnachmittag berichtet, dass israelische Bodentruppen kurzzeitig in den Süden des Libanon eingedrungen sind, um dort Stellungen der radikalislamischen Hisbollah-Milizen anzugreifen. Dadurch solle verhindert werden, dass die Hisbollah weiter Raketen auf israelisches Gebiet abfeuern könne, hieß es. Allerdings handelt es sich offenbar nicht um einen Einmarsch der israelischen Armee in das Gebiet. Generalstabschef Dan Halutz wies nach Angaben der "Jerusalem Post" darauf hin, dass Israel über bessere Alternativen als eine Bodenoffensive verfüge. Die israelische Armee hatte die Besetzung des Südlibanons erst im Mai des Jahres 2000 nach 22 Jahren Besetzung beendet.

Neue Eskalationsstufe erreicht

Der Einsatz israelischer Bodentruppen auf libanesischem Gebiet bedeutet eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah bedeuten. Die Hisbollah hatte den Konflikt durch die Entführung zweier israelischer Soldaten mit ausgelöst und durch den Abschuss von Raketen befeuert. Seit sechs Tagen bombardiert die israelische Luftwaffe Ziele vor allem im Süden des Libanon. Bei den Gefechten wurden in den vergangenen sechs Tagen insgesamt mindestens 200 Menschen getötet. Das Ziel der Israelis ist es offenbar, die militärische Infrastruktur der Hisbollah vollständig zu vernichten. Neben dem Einsatz der Luftwaffe erhöhen die Israelis nun auch mit der Entsendung von Bodentruppen den Druck auf die Milizen.

Uno-Generalsekretär Kofi Annan hatte am Rande des G-8-Gipfels im russischen St. Petersburg noch am Morgen darauf gedrungen, möglichst rasch eine Uno-Schutztruppe zu entsenden, die als Puffer zwischen den verfeindeten Parteien wirken soll. Der G-8-Gipfel hatte am Sonntag eine Erklärung verabschiedet, in der er die Entsendung einer Uno-Truppe unterstützte. Annan forderte Israel zudem auf, sich an völkerrechtliche Bestimmungen zu halten und Zivilbevölkerung sowie zivile Infrastruktur im Libanon zu verschonen.

Armee bestreitet Abschuss eines Kampfflugzeugs

Nach Angaben der "Jerusalem Post" bestritten Vertreter der israelischen Armee am Montag Berichte libanesischer Nachrichtenagenturen, nach denen Hisbollah-Milizen in der Nähe Beiruts ein israelisches Kampfflugzeug vom Typ F-16 abgeschossen haben. Ein hochrangiger Militärangehöriger schloss diese Möglichkeit im Interview mit einem TV-Sender aus. Auch Israels Verteidigungsminister Amir Peretz sagte, seines Wissens sei kein bemanntes Flugzeug abgeschossen worden. Allerdings äußerte er sich nicht dazu, dass es sich bei dem abgeschossenen Objekt um eine unbemannte Drohne handeln könnte, berichtete die "Jerusalem Post".

güss

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