Neuer Start-Vertrag USA und Russland verschrotten Hunderte Atomwaffen


Eine Welt ohne Atomwaffen - das ist die Vision des US-Präsidenten. Nun ist Barack Obama seinem Ziel einen Schritt näher gekommen: Die USA und Russland wollen 30 Prozent ihrer Atomwaffen vernichten.

Nach monatelangen Verhandlungen haben sich Russland und die USA auf einen neuen Abrüstungsvertrag geeinigt. US-Präsident Barack Obama und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew besprachen am Freitagnachmittag per Telefon letzte Details. Beide Staaten wollen eine Beschränkung auf je 1550 Atomsprengköpfe festschreiben, was eine Verringerung um rund 30 Prozent bedeutet. Zugelassen werden ferner 800 Trägerraketen oder schwere Bomber.

"Nach Jahren der Verhandlungen haben die USA und Russland den umfassendsten Abrüstungsvertrag in nahezu zwei Jahrzehnten beschlossen", sagte Obama. "Mit diesem Abkommen senden die USA und Russland - die beiden weltgrößten Atommächte - ein klares Signal, dass wir führen wollen." Auch der Kreml hob die Bedeutung des Abkommens hervor. Es spiegele das Gleichgewicht der Interessen beider Länder, sagte Medwedews Sprecherin Natalia Timakowa. Der neue Vertrag soll am 8. April in Prag unterschrieben werden.

Fortsetzung der Start-Vertrags von 1991

US-Regierungskreise berichteten, Washington habe verhindert, dass die Frage der umstrittenen US-Raketenabwehr in Europa erwähnt wird. Russland lehnt das Abwehrsystem ab. Außerdem hätten die Amerikaner durchgesetzt, dass beide Seiten einander über Raketentests informieren müssten. In dieser Frage hatte sich Russland bisher widerwillig gezeigt, weil es eine neue Generation von Interkontinentalraketen entwickelt. Der Abrüstungsvertrag sieht zudem neue Kontrollmechanismen vor, die weniger umständlich und teuer sein sollen als nach der alten Regelung.

Das Abkommen soll den am 5. Dezember ausgelaufenen Vertrag zur Verringerung der strategischen Atomwaffen (Start) von 1991 ablösen. Dieser war ein Meilenstein bei der Beendigung des Kalten Krieges. Beide Seiten verpflichteten sich damals zu einem Limit von jeweils 6000 Atomsprengköpfen für Langstreckenraketen.

AP/DPA/Reuters AP DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker