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Nordkorea: Atomgespräche ohne Durchbruch beendet

Die Sechsnationengespräche über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm sind am Wochenende in Peking ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Die Delegierten wollen die Verhandlungen im September fortgesetzen.

Diplomaten sollten sobald wie möglich Gespräche über erste Schritte zum Abbau von Pjöngjangs Nuklearprogramm führen. Eine Abschlusszeremonie wurde abgesagt, eine gemeinsame Stellungnahme gaben die Teilnehmer nicht heraus - Anzeichen für ein mögliches Zerwürfnis.

Nordkorea fordert Energielieferungen

Nordkorea erklärte nach dem Ende der Gespräche, man sei zu einem vollständig Abbau der Atomanlagen bereit, wenn die entsprechenden Bedingungen geschaffen würden. Die Regierung fordert von den USA Energielieferungen sowie ein Ende der amerikanischen Sanktionen und will von der Liste der Länder gestrichen werden, die nach Ansicht der US-Regierung den Terrorismus unterstützen. Falls sich die USA an den Energielieferungen "substanziell beteiligen", könne sich Pjöngjang bei den anderen Forderungen flexibel zeigen, hieß es. Das Atomprogramm könne zuerst eingefroren und später ganz eingestellt werden. "Während des Einfrierens würden wir keine neuen Atomwaffen bauen, sie transportieren oder testen", hieß es weiter.

Washington verlangt den nachvollziehbaren Verzicht auf das gesamte Atomprogramm. Nach einem Vorschlag der USA von dieser Woche könnte Nordkorea Energielieferungen und eine Sicherheitsgarantie bekommen, falls es sein Atomprogramm einstellt. Während Japan und Südkorea bereits Öllieferungen in Aussicht stellten, wollen die USA dem Vorschlag zufolge nicht selbst liefern. Die Parteien vertrauten einander nicht genügend, sagte der chinesische Delegierte, Vizeaußenminister Wang Yi, auf einer Pressekonferenz. Es habe zahlreiche Differenzen gegeben.

IAEA: Das gefährlichste Land der Welt

An der dritten Gesprächsrunde in Peking nahmen neben den beiden koreanischen Staaten und Gastgeber China auch Japan, Russland und die USA teil. Nach Angaben von Diplomaten war das jüngste Treffen trotz der Differenzen das bislang nützlichste. Der chinesische Außenamtssprecher Zhang Qiyue sagte, dass alle Beteiligten den Konflikt im Dialog lösen wollten. Mehrere Gesprächsparteien seien sich einig, dass Nordkorea vor dem Einfrieren des Atomprogramms Hilfslieferungen erhalten solle.

Die Sprecherin der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Melissa Fleming, sagte dem DeutschlandRadio, Nordkorea bleibe das gefährlichste Land der Welt, das mit atomwaffenfähigem Material experimentiere. Anders als Iran oder Pakistan befinde sich Nordkorea außerhalb jeglicher Kontrollsysteme. Das Land sei aus dem Atomwaffensperrvertrag ausgestiegen, drohe mit Atomtests und gebe zu, dass es den Besitz von Atomwaffen anstrebe. Für Spekulationen über ein nordkoreanisches Programm zur Anreicherung von Uran gebe es keine Beweise, sagte Fleming. Es lägen jedoch gesicherte Informationen über ein Plutoniumprogramm vor. In seinen technischen Möglichkeiten sei Nordkorea weit vorangeschritten. (AP)

DPA