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Nordkoreas Abschied von Kim Jong Il Pompöse Trauerfeier für den Diktator


Nordkorea nimmt Abschied vom toten Machthaber Kim Jong Il - mit einer gigantischen Trauerfeier. Pjöngjang ist eine Stadt im Ausnahmezustand.

Winterliche Tristesse in Pjöngjang: Mehrere Stunden dauerte am Mittwoch die Prozession zum Tod von Kim Jong Il in der nordkoreanischen Hauptstadt. Der verstorbene Diktator war in überlebensgroßen Portraits allgegenwärtig. Tausende hatten sich entlang der Straßen aufgereiht.

Drei Stunden dauerte die Fahrt des Korsos mit dem Leichnam des "geliebten Führers" durch Pjöngjang. "Die Zeremonie ist zu Ende", sagte ein Regierungsvertreter vor zehntausenden vor dem Kumsusan-Mausoleum versammelten Menschen, nachdem der Leichnam Kim Jong Ils wieder dorthin zurückgekehrt war. Zum Ende der Prozession spielte ein Militärorchester die nordkoreanische Nationalhymne und die Ehrengarde marschierte auf. Die Zeremonie wurde im Staatsfernsehen übertragen.

Die Trauerfeier war pompös: Eine Limousine mit dem Bild des stalinistischen Diktators führte den Trauerzug durch die verschneite Stadt an. Erst im dritten Wagen lag sein Leichnam.

Kim Jong Un ist unerfahren

Im Kumsusan-Mausoleum stramm begannen die aufwändigen Feierlichkeiten. In dem Mausoleum war Nordkoreas verstorbener starker Mann in einem Glassarg aufgebahrt. Entlang der Straßen: vollkommen aufgelöste Nordkoreaner. Der Schmerz über den Verlust ihres "geliebten Führers" raubt den Menschen in Pjöngjang jede Fassung. Oder ist es doch nur eine perfekte Inszenierung? Wieviele Menschen die Straßen von Pjöngjang säumten, ist nicht genau bekannt, es sollen hunderttausende sein. Die Staatsmedien halten sich mit detaillierten Angaben zurück.

Den Kopf leicht gesenkt, schreitet Kim Jong Un entlang der aufgereihten Offiziere und Trauergäste vor dem Mausoleum. Jong Un gilt zwar offiziell als Nachfolger seines Vaters, ist aber politisch und militärisch unerfahren.

Seinen 30. Geburtstag hat der pausbäckige Neu-Diktator wohl noch vor sich. Sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt. Einen Teil seiner Ausbildung hat er unter falschem Namen in einem Schweizer Internat genossen.

Kim Jong Un ist der dritte Sohn des verstorbenen Kim Jong Ils. Er wurde erst vor wenigen Monaten von seinem Vater zum Vier-Sterne-General ernannt und in die Führungsriege der herrschenden Arbeiterpartei aufgenommen.

RED

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