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Provokation aus Pjöngjang: Nordkorea kündigt Ausbau von Atomwaffen an

Am 10. Oktober feiert die Arbeiterpartei in Nordkorea ihren Gründungstag. Für die Regierung ein Anlass, die Muskeln spielen zu lassen. Also verkündet sie, ihre Atomwaffen "qualitativ und quantitativ" verbessern zu wollen.

Inspektion von Atomanlage in Nordkorea

Experten aus Südkorea inspizieren 2009 die Atomanlage in Yongbyon

Der Iran fährt sein Atomprogramm herunter, Nordkorea seines hoch. Die größte Nuklearanlage des isolierten Landes in Yongbyon sei wieder in vollem Einsatz, "um sowohl die Qualität als auch die Quantität der Atomwaffen zu verbessern", sagte der Chef der zuständigen Behörde laut Staatsmedien. Man sei jederzeit bereit, mit Nuklearwaffen auf die "US-Aggression" zu antworten.

Jüngst hatte das diktatorisch geführte Nordkorea zudem angedeutet, zum Gründungstag der in dem Land herrschenden Arbeiterpartei am 10. Oktober einen Satelliten ins All schießen zu wollen. Die Welt werde erleben, wie "eine Reihe von nordkoreanischen Satelliten in den Himmel fliegen", hieß es in einer von den staatlichen Medien veröffentlichten Erklärung der nationalen Raumfahrtbehörde. Die Behörde nannte keinen konkreten Zeitpunkt. Allerdings hieß es, ihr Direktor sei zum Gründungstag der Partei zur Entwicklung der Weltraumerforschung befragt worden. 

Raketenstart "ernste Provokation"

Südkorea hat den Nachbarn vor dem Abschuss einer neuen Weltraumrakete gewarnt. Der Start einer Rakete mit großer Reichweite wäre eine "ernste Provokation", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. Pjöngjang würde damit gegen UN-Resolutionen verstoßen, die dem Land Raketenstarts unter Verwendung ballistischer Raketentechnik verbieten würde, wurde er von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert.

Der UN-Sicherheitsrat hatte Anfang 2014 nach dem Start einer mehrstufigen Rakete durch Nordkorea die Sanktionen gegen Pjöngjang ausgeweitet. Während Nordkorea von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken gesprochen hatte, vermuteten die USA und Südkorea einen erneuten verschleierten Waffentest im Rahmen des umstrittenen Atomprogramms des Landes.

Atomanlage wird schon länger ausgebaut

Die Atomanlage in Yongbyon wird nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bereits seit vergangenem Jahr ausgebaut. Entsprechende Hinweise hätten Satellitenaufnahmen gezeigt. Auch in der Uranmine Pyongsan seien Aktivitäten registriert worden. Nordkorea hatte in der Vergangenheit bereits mehrere Atombomben getestet und ein Atomabkommen nach dem Vorbild des Iran abgelehnt. Nordkorea habe "keinerlei Interesse an einem Dialog über ein einseitiges Einfrieren oder einen Abbau seiner Atomwaffen", hieß es in Pjöngjang. Es sei "unlogisch", den Atomstreit mit dem Iran mit der Situation Nordkoreas zu vergleichen. Nordkorea sei ständigen militärischen Provokationen und "der größten atomaren Bedrohung" durch die USA ausgesetzt.

nik