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Ost-Kongo: Rebellentruppe richtet Massaker an

Blutiges Massaker im Osten Kongos: Soldaten der Rebellenarmee von General Laurent Nkunda haben nach Berichten von Hilfsorganisationen in der Stadt Kiwanja rund 60 regierungstreue Milizionäre getötet. Unterdessen ist der in der Region verschleppte deutsche Journalist wieder frei.

Truppen des kongolesischen Rebellengenerals Laurent Nkunda sollen für ein Massaker an bis zu 60 jungen Männern in der Stadt Kiwanja im Ostkongo verantwortlich sein.

Der britische Rundfunksender BBC berichtete am Freitagmorgen, die Rebellen hätten die Stadt zurückerobert, die die regierungstreuen Mai-Mai-Milizen erst am Vortag unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen hätten Dutzende Leichen von jungen Männern gefunden, die als mutmaßliche Mai-Mai-Kämpfer getötet worden seien, hieß es.

Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten

Die Kinderschutzorganisation Save the Children berichtete unterdessen über einen massiven Anstieg der Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten, seit im Ost-Kongo wieder heftig gekämpft wird. Besonders besorgniserregend sei, dass in mindestens zwei Fällen gezielt Schulen überfallen worden seien, um eine möglichst große Zahl von Kindern in die Gewalt von bewaffneten Gruppen zu bringen, sagte eine Sprecherin der Organisation.

Mit einem Krisengipfel in der kenianischen Hauptstadt Nairobi soll an diesem Freitag ein neuer Versuch einer politischen Lösung unternommen werden. An dem Gipfel nimmt auch UN- Generalsekretär Ban Ki Moon teil.

F.A.Z.-Korrespondent ist wieder frei

Unterdessen ist der in der umkämpften Region verschleppte Afrika-Korrespondent der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Thomas Scheen, wieder in Freiheit. Nach Angaben des Blattes befinden sich Scheen und seine beiden kongolesischen Mitarbeiter seit Freitagmorgen in der Obhut der Friedenstruppe der Vereinten Nationen (Monuc). Der im belgischen Eupen geborene Scheen sei in dem Krisengebiet bereits vor drei Tagen von Kämpfern der Mai-Mai-Miliz verschleppt worden, hieß es. Seither hatten sich das Auswärtige Amt, die belgischen Behörden und die UN-Friedenstruppe im Kongo um Scheens Befreiung bemüht.

DPA/AP / AP / DPA