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Paketbomben aus dem Jemen: Al Kaida kündigt weitere Anschläge an

Ist Al Kaida für einen Flugzeugabsturz im September verantwortlich? In einem Bekennerschreiben brüstet sich das Terrornetzwerk mit einem geglückten Anschlag auf eine Frachtmaschine. Al Kaida hat sich außerdem zu den Paketbomben auf jüdische Einrichtungen in den USA bekannt und weitere Anschläge angekündigt.

Eine Al-Kaida-Gruppe in Jemen hat sich zu den vor einer Woche versuchten Briefbombenanschlägen bekannt und weitere Aktionen gegen die USA angekündigt. Das geht aus einer Mitteilung der al Kaida auf der arabischen Halbinsel hervor, die am Freitag auf einer einschlägigen Website veröffentlicht wurde. US-Regierungskreise hatten zuvor vermutet, dass diese Al-Kaida-Zelle hinter den versuchten Briefbombenanschlägen steht, die in Großbritannien und Dubai abgefangen wurden. Eines der Pakete war in Köln-Bonn umgeladen worden. Der Anschlagsversuch hatte eine internationale Diskussion über die Sicherheitsvorkehrungen für Luftfracht ausgelöst.

In der Erklärung hieß es weiter, die Extremisten wollten Passagierflugzeuge und Frachtmaschinen ins Visier nehmen. Man verfüge über moderne Sprengstoffe und habe damit die Möglichkeit, Bomben in Flugzeugen oder nach dem Erreichen ihres Ziels zu zünden. Die Gruppe richtete auch eine Warnung an Saudi-Arabien, dessen Sicherheitskräfte den entscheidenden Hinweis auf die Paketbomben geliefert hatten.

Al Kaida ließ Frachtmaschine abstürzen

Die Al-Kaida-Gruppe auf der arabischen Halbinsel erklärte ferner, sie habe den Absturz eines Frachtflugzeugs des US-Unternehmens UPS im September in Dubai verursacht. Nach US-Angaben haben die Ermittlungen keinen Hinweis dafür ergeben, dass eine Bombe an Bord der Boeing 747-400 war. Ermittler suchen immer noch nach der Ursache für das Feuer, das im Hauptfrachtraum des Flugzeugs ausgebrochen war.

Die Vereinigten Arabischen Emirate prüfen einen Zusammenhang mit dem Extremistennetz, sehen nach eigener Auskunft derzeit aber keine Hinweise auf einen Bombenanschlag auf die Maschine des US-Paketdienstes UPS. "Bislang haben wir keine Anhaltspunkte, die den Absturz des UPS-Flugzeugs mit einem Terror-Angriff in Verbindung bringen", sagte der Generaldirektor der Luftfahrtbehörde der Emirate, Saif al-Suwaidi, am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe zwar Hinweise auf ein Feuer an Bord, aber nicht auf eine Explosion. Denn dazu hätte eine plötzliche Änderung der Druckverhältnisse in dem Flieger festgestellt werden müssen, sagte al-Suwaidi. Dafür gebe es jedoch keine Belege.

Hinweis auf Paketbomben Anfang Oktober

Einen Hinweis auf geplante Anschläge auf westliche Ziele erhielten die US-Behörden Anfang Oktober aus Saudi-Arabien, also drei Wochen vor dem Fund der Paketbomben in Dubai und London. Aus amerikanischen Geheimdienstkreisen verlautete am Freitag, in dem Hinweis der saudischen Geheimdienste seien keine Frachtflugzeuge erwähnt worden. Nach der Warnung hätten die Behörden aber besser gewusst, wonach sie suchen mussten.

Die Al-Kaida-Gruppe drohte US-Präsident Barack Obama mit weiteren Anschlägen. "Wir sagen Obama, dass wir seine Flugzeuge innerhalb eines Jahres drei Mal angegriffen haben. Wir werden weitermachen - so Gott will - und den Interessen der Amerikaner und deren Verbündeter schaden", hieß es in der Erklärung.

bla/DAPD/DPA/Reuters / DPA / Reuters