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Parlamentswahlen in der Ukraine: Julia Timoschenko appelliert an Klitschko

In einem offenen Brief hat die inhaftierte Julia Timoschenko die Opposition aufgerufen, sich auf einen Spitzenkandidaten bei den kommenden Parlamentswahlen zu einigen. Der Appell richtet sich vor allem an Boxweltmeister Vitali Klitschko.

Die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat die Opposition in einem offenen Brief zur Einigung auf einen Spitzenkandidaten bei der Parlamentswahl im Oktober 2012 aufgefordert. Der Aufruf richtet sich nach Ansicht von Beobachtern vor allem an den Boxweltmeister und Oppositionspolitiker Vitali Klitschko, der mit seiner Partei Udar bislang keine Kooperationsangebote angenommen hat.

Die als gespalten geltende Opposition müsse bei der Abstimmung eine gemeinsame Wahlliste gegen die regierende Partei der Regionen von Präsident Viktor Janukowitsch aufstellen, forderte Timoschenko in dem am Dienstag im Internet veröffentlichten Brief. Nur mit Einigkeit könne der "gerechte Kampf der Ukraine gegen die Mafia" gewonnen werden. Spitzenkandidat solle eine überparteiliche Persönlichkeit werden. Beobachter zweifeln allerdings daran, dass die nach eigenen Angaben schwer kranke Timoschenko weiterhin die uneingeschränkte Kontrolle über ihre Partei Vaterland hat.

Von der Teilnahme Timoschenkos an den Wahlen macht die Europäische Union die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der Ex-Sowjetrepublik abhängig. Die 51-Jährige war am 11. Oktober in einem als politisch motiviert kritisierten Prozess wegen angeblichen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

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