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Ukraine-Krise: "Marsch der Würde" von Anschlag in Charkow überschattet

Während sich die Proteste auf dem Maidan-Platz zum ersten Mal jähren, gewinnen die Friedensbemühungen in der Ostukraine an Momentum. Die Ereignisse des Tages im Rückblick.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und Bundespräsident Joachim Gauck laufen zusammen beim "Marsch der Würde"

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und Bundespräsident Joachim Gauck laufen zusammen beim "Marsch der Würde"

+++ 17.05 Uhr: 10.000 Menschen beim "Marsch der Würde" +++

Etwa 10.000 Menschen kommen im Zentrum von Kiew zusammen, um ein Jahr nach den prowestlichen Massenprotesten auf dem Maidan (Unabhängigkeitsplatz) die damals getöteten Demonstranten zu ehren. Sie schwenken die ukrainische Staatsflagge, halten Plakate mit der Aufschrift "Wir sind Europa" in die Höhe und skandieren "Tod den Feinden". Rund 4000 Polizeikräfte, teils in Tarnuniform, sichern den "Marsch der Würde".

Bundespräsident Joachim Gauck und sein ukrainischer Amtskollege Petro Poroschenko haken sich unter. Und auch die oft zerstrittene ukrainische Politprominenz demonstriert Einigkeit. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko marschiert unweit der früheren Regierungschefin Julia Timoschenko, nur etwas abseits geht Ministerpräsident Arseni Jazenjuk.

+++ 16.50 Uhr: Anti-Maidan-Demonstranten sollen bezahlt worden sein +++

Teilnehmer der Anti-Maidan-Proteste am Samstag in Moskau sollen für ihre Anwesenheit bezahlt worden sein. Dafür sollen pro Person 300 Rubel, also etwa 4 Euro, geflossen sein. Das berichtet Spiegel Online. Das Geld soll demnach am Ende der Demonstration in bar ausgezahlt worden sein.

Experten der Polizei untersuchen das Gebiet der Bombenexplosion in Charkow

Experten der Polizei untersuchen das Gebiet der Bombenexplosion in Charkow

+++ 16.34 Uhr: Zwei Tote bei Anschlag in Charkow +++

Bei dem Anschlag auf den Gedenkmarsch in Charkow sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP nur zwei Menschen getötet und ein Dutzend weitere verletzt worden sein. Zuvor wurde von drei Toten berichtet. Der Staatsanwalt Juri Daniltschenko sagt, zwei Menschen, unter ihnen ein Polizist, seien getötet worden. Unter den Verletzten seien vier Polizisten.

Laut Staatsanwaltschaft wurde der am Straßenrand versteckte selbstgebaute Sprengsatz mit einem Zeit- oder Fernzünder ausgelöst. Das Innenministerium spricht von einem "Terroranschlag", während der Geheimdienst die Festnahme mehrerer Verdächtiger meldet.

+++ 15.48 Uhr: Spezialkräfte nehmen vier Verdächtige in Charkow fest +++

Spezialeinheiten haben mit einer "Anti-Terror-Operation" in der Millionenstadt Charkow begonnen. "Vier Beteiligte an der Sprengung wurden festgenommen und zahlreiche Waffen, darunter ein Granatwerfer, sichergestellt", hat der Sicherheitsrat in Kiew am Sonntag örtlichen Medien zufolge mitgeteilt.

Bei einer Explosion während einer Demonstration am Morgen in der zweitgrößten Stadt der Ukraine waren mindestens neun Menschen verletzt worden. Zunächst hatten die Behörden von drei Toten gesprochen, mittlerweile wurde die Zahl der Todesopfer auf zwei korrigiert. Grund der Detonation soll ersten Ermittlungen zufolge ein selbst gebauter Sprengsatz gewesen sein. Zu der Explosion war es bei einem "Marsch der Einheit" regierungstreuer Kräfte gekommen.

+++ 13.15 Uhr: Marsch der Würde in Kiew hat begonnen +++

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat der "Marsch der Würde" in Erinnerung an die Opfer der prowestlichen Massenproteste vor einem Jahr begonnen. Viele Teilnehmer schwenken die ukrainische Nationalflagge, einige tragen Plakate mit der Aufschrift "Wir sind Europa" oder "Ruhm den Helden". Im Zentrum der Millionenstadt waren bei den Protesten gegen den damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch mehr als 100 Menschen getötet worden.

+++ 13.07 Uhr: Steinmeier fordert von Russland mehr Druck auf Separatisten +++

Vor dem Treffen der Außenminister Russlands, Frankreichs, der Ukraine und Deutschlands am Dienstag hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) von Russland mehr Druck auf die Separatisten in der Ostukraine gefordert. Steinmeier appellierte in der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe) an seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow, im Sinne des Minsker Abkommens tätig zu werden. Es gebe erste Anzeichen dafür, "dass es wenigstens zu einer gewissen Entspannung kommen könnte", sagte Steinmeier.

+++ 13.03 Uhr: Mindestens drei Tote nach Explosion in Charkow +++

Bei der Explosion während eines Gedenkmarsches in der ostukrainischen Stadt Charkow sind am Sonntag mindestens drei Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Das teilten die Behörden mit.

+++ 12.45 Uhr: Explosion während Gedenkmarsch in Charkow +++

Bei einer Explosion während eines Gedenkmarsches in der ostukrainischen Stadt Charkow sind mehrere Menschen verletzt worden. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur AFP, es habe acht Verletzte gegeben. In Kiew und anderen Städten der Ukraine wird heute der Maidan-Proteste vor einem Jahr gedacht, die zum Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch führten.

+++ 11.20 Uhr: Ukrainische Regierung erwartet viele Vertreter ausländischer Regierungen +++

Die Ukraine gedenkt mit einem "Marsch der Würde" der mehr als 100 Toten der prowestlichen Massenproteste auf dem Maidan (Unabhängigkeitsplatz) vor einem Jahr. Laut der Regierung in Kiew werden dazu viele ausländische Regierungsvertreter erwartet, neben Joachim Gauck auch EU-Ratsvorsitzender Donald Tusk sowie Teilnehmer vieler ehemaliger Sowjetrpubliken.

+++ 10.39 Uhr: Kerry droht Russland mit weiteren Sanktionen +++

Die USA sprechen nach Angaben von Außenminister John Kerry mit ihren europäischen Verbündeten über eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland wegen Verstößen gegen die Waffenruhe in der Ukraine. Es werde ernsthaft darüber diskutiert, wie die nächsten Sanktionsschritte auszusehen hätten und wann sie umgesetzt werden sollten, sagte Kerry am Samstag nach einem Treffen mit seinem britischen Kollegen Philip Hammond in London. Zu den Optionen zählten etwa eine Bewaffnung der ukrainischen Streitkräfte und schärfere Sanktionen gegen die russische Regierung.

+++ 10.38 Uhr: Ratingagentur stuft Russland weiter herab +++

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Russlands auf Ramschniveau herabgestuft. Die Bewertung liege nun bei Ba1 nach Baa3, hat die Agentur mitgeteilt. Als Gründe nannte Moody's die Krise in der Ukraine, den Preisverfall beim Erdöl und den Wechselkurs des Rubel. Der Ausblick bleibt aus Sicht der Agentur negativ. Auch die anderen großen Ratingagenturen S&P und Fitch hatten Russlands Bonität zuletzt herabgestuft. Russlands Finanzminister Anton Siluanow erklärte, die Entscheidung von Moody's basiere auf "Faktoren politischen Charakters". Die Herabstufung werde keine ernsthaften zusätzlichen Auswirkungen auf den russischen Kapitalmarkt haben.

+++ 9.21 Uhr: Militär und Separatisten über Abzug schwerer Waffen einig +++

Die Ukraine und die prorussischen Separatisten im Osten des Landes haben sich nach Armeeangaben aus Kiew schriftlich darauf verständigt, mit dem Abzug schwerer Waffen von der Front zu beginnen. "Die Dokumente zum Beginn des Abzugs schwerer Waffen von der gesamten Frontlinie wurden unterzeichnet", teilte der ranghohe General Olexander Rosmasnin am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP mit. Der Abzug der Waffen ist einer der im Abkommen von Minsk vorgesehenen Punkte zur Befriedung des Konflikts.

ono/mka/AFP/Reuters/DPA / DPA / Reuters