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Patrick Little: Holocaust-Leugner und Hitler-Fan will für Republikaner in den US-Senat

Patrick Little nennt den Holocaust eine Lüge und Adolf Hitler einen der größten Führer der Geschichte: In Kalifornien bewirbt sich der Republikaner um einen Sitz im US-Senat - und liegt in der jüngsten Umfrage an zweiter Stelle.

Das Kapitol in Washington: Hier sitzt auch der US-Senat, für den der Neo-Nazi Patrick Little kandidiert.

Das Kapitol in Washington: Hier sitzt auch der US-Senat, für den der Neo-Nazi Patrick Little kandidiert.

AFP

Ein bekennender Neonazi will für die Republikanische Partei in den einziehen. Patrick Little, der sich selbst als "der einzige 'America First'-Kandidat in Kalifornien" bezeichnet, tritt mit dem Wahlkampfslogan "Befreit die USA von der jüdischen Oligarchie" in dem Westküstenstaat an und liegt einer Meinungsumfrage zufolge derzeit auf Rang zwei hinter der Amtsinhaberin, der 84-jährigen demokratischen Senatorin Dianne Feinstein.

Patrick Little nennt Holocaust Propagandaschwindel 

Little behauptet, dass die Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis gar nicht stattgefunden hat. "Der Holocaust ist eine Lüge. Er ist nie geschehen", sagte er in einem Video. In Auschwitz habe es Konzerthallen, Swimmingpools, Fußballfelder, Eiscreme und vielen weiteren Luxus gegeben. Adolf Hitler hält er für "einen der größten Führer der Geschichte". Israel nennt der Neonazi einen Terror-Staat. In seinem Wahlprogramm fordert er ein Ende aller Finanzhilfen für das Land und die Todesstrafe für jeden Politiker, der einen Gesetzentwurf einreicht, der zu Auslandshilfe für Israel führen würde.

Sollte er gewählt werden, will sich der Republikaner im US-Senat für ein Gesetz stark machen, das Stiftungen, die sich mit der "Aufrechterhaltung von Propaganda in Bezug auf einen Holocaust" beschäftigen, verbietet, Geld zu sammeln. Zudem soll das Gesetz als offizielle Haltung der USA festschreiben, dass es den Holocaust nie gegeben hat und er lediglich ein jüdischer Kriegsgräuel-Propagandaschwindel ist.

Little erhält in der Erhebung von SurveyUSA mit 18 Prozent mehr Unterstützung als jeder andere republikanische Kandidat. Das nächste Mitglied der Partei von US-Präsident Donald Trump landet mit acht Prozent deutlich hinter ihm. Auch die anderen Kandidaten sind weit abgeschlagen. Nur Feinstein liegt mit 39 Prozent klar vorn. Alle Bewerber müssen zunächst am 5. Juni bei den offenen Vorwahlen antreten, an denen jeder unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit teilnehmen kann. Die zwei Besten treten dann bei der Hauptwahl im Herbst an. Wegen des großen Abstandes zu seinen Verfolgern sieht das Umfrageinstitut Little als Feinsteins Herausforderer bei den Wahlen. "Zum ersten Mal herrscht Klarheit über ihren wahrscheinlichen Gegner im November: Es ist Patrick Little", resümiert SurveyUSA.

Partei distanziert sich von Little

Den Republikanern ist der Erfolg ihres Kandidaten äußerst unangenehm. "Herr Little war nie ein aktives Mitglied unserer Partei. Ich kenne weder ihn noch seine Positionen", zitiert "USA Today" den Sprecher der Grand Old Party in Kalifornien, Matt Fleming. "Aber wir verurteilen Antisemitismus und jede andere Form religiöser Bigotterie aufs Schärfste ebenso wie Rassismus, Sexismus oder alle anderen hasserfüllten Standpunkte."

Diese Haltung scheinen viele von Flemings Parteigenossen in Kalifornien allerdings nicht zu teilen. Laut SurveyUSA sagten 46 Prozent der befragten Republikaner, sie würden Patrick Little wählen.

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wue