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Terror in Paris Premier Valls warnt vor IS-Anschlägen in ganz Europa


Der französische Premierminister Manuel Valls hat nach den Angriffen in Paris vor weiteren Attacken in europäischen Ländern gewarnt. "Wir wissen, dass Operationen vorbereitet werden, nicht nur in Frankreich", so Valls.

Der französische Premierminister Manuel Valls hat nach den Anschlägen in Paris vor weiteren Attacken der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) auch in anderen europäischen Ländern gewarnt. "Wir wissen, dass Operationen vorbereitet werden, nicht nur in Frankreich, sondern gegen andere europäische Länder", sagte Valls. Demnach gab es in der Nacht in verschiedenen Städten mehr als 150 Durchsuchungen im islamistischen Milieu.

Die Pariser Anschläge seien in Syrien vorbereitet worden, sagte Valls dem Radiosender RTL. Die Attentate "wurden von Syrien aus organisiert, erdacht und geplant". Die IS-Miliz hatte sich zu der Anschlagsserie am Freitagabend mit 129 Toten und 352 Verletzten bekannt. Frankreich könne erneut von Anschlägen heimgesucht werden - "in den kommenden Tagen, in den kommenden Wochen", warnte Valls. "Wir werden noch lange mit dieser Bedrohung leben."

Premier Valls schließt im "Krieg" gegen den Terror "keine Lösung" aus

"Wir müssen die Moscheen und Vereine schließen, die die Werte der Republik angreifen", forderte der Premierminister. Zuvor hatte bereits Innenminister Bernard Cazeneuve angekündigt, dass das Kabinett über die Schließung von Moscheen beraten werde, "in denen Hass verbreitet wird". Der Ausnahmezustand erlaube es, die Ausweisung derjenigen voranzutreiben, die "Hass predigen, die unter Terrorverdacht stehen oder an Terrorakten beteiligt waren", sagte Cazeneuve.

Der Premier kündigte an, dass die Regierung im "Krieg" gegen den Terrorismus "keine Lösung" ausschließe. Am Sonntagabend hatten französische Kampfflugzeuge bereits mehrere Luftangriffe auf IS-Stellungen und Ausbildungslager in ihrer syrischen Hochburg Raka geflogen. Valls sagte, Frankreich sei "beim Vorgehen gegen den Terrorismus oft unter der Vorhut" gewesen, etwa in Mali, wo die Streitkräfte Anfang 2013 gegen islamistische Milizen interveniert waren.

150 Razzien in ganz Frankreich

Valls teilte derweil mit, es habe in der Nacht im Rahmen des Ausnahmezustands mehr als 150 Durchsuchungen in ganz Frankreich gegeben. Präsident François Hollande hatte nach den islamistischen Anschlägen den Ausnahmezustand verhängt. Er erlaubt Durchsuchungen ohne richterlichen Beschluss in der Nacht. Aus Ermittlerkreisen verlautete, die meisten Razzien stünden nicht in direktem Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Anschlägen.

Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, wurden dabei in der Region von Lyon bei einem Verdächtigen eine Panzerfaust, Splitterschutzwesten, mehrere Pistolen und ein Sturmgewehr gefunden. Insgesamt gab es in der Region von Lyon und Villefranche-sur-Saône 13 Durchsuchungen, bei denen fünf Verdächtige festgenommen wurden. In der Region von Grenoble wurden laut der Zeitung "Dauphiné Libéré" mehrere Menschen festgenommen sowie Geld und Waffen beschlagnahmt.

In Toulouse wurden in der Nacht bei Durchsuchungen drei Verdächtige festgenommen. Die Razzien fanden in dem Viertel statt, in dem der islamistische Attentäter Mohammed Merah lebte, der im März in Toulouse und Montauban drei Soldaten und einen Lehrer und drei Schüler einer jüdischen Schule ermordet hatte. Auch im Großraum Paris gab es laut Ermittlern rund 30 Durchsuchungen.

"Heute muss sich die internationale Gemeinschaft mobilisieren" für einen "Krieg, der lang und schwierig sein wird", sagte Valls. "Mehr als jemals ist eine heilige Union unverzichtbar." Hollande wollte am Nachmittag vor Senatoren und Abgeordneten sein weiteres Vorgehen nach den Anschlägen vorstellen. Am Mittag war eine landesweite Schweigeminute geplant. Seit Sonntag gilt eine dreitägige Trauerzeit, die Flaggen wehten am Montag auf Halbmast.

hev AFP

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