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  • Putins Kriegstreiber: Russlands Nationalisten, Hardliner, Kremlflüsterer

Zum Artikel Putins Kriegstreiber: Russlands Nationalisten, Hardliner, Kremlflüsterer
Militärblogger, wie etwa Igor Girkin, sind ein Sonderfall: Während die offizielle Propaganda mit bizarrsten Verrenkungen lange versucht hat, die Lage an der Front zu schönzureden, haben einige echte Experten begonnen, Klartext zu reden: "Der Krieg wird mit der totalen Niederlage Russlands enden", klagte etwa der Mann mit dem Kampfnamen "Strelkow" im September seinen rund halben Millionen Followern. Girkin, wie auch andere Blogger sind ehemalige Militärs mit besten Verbindungen zur Truppe. Wer wissen will, wo die Ukraine gerade vorstößt und wo Russland in die Defensive gerät, erfährt es hier am ehesten. Sie gelten als größte Kritiker des Moskauer Führung, unter anderem, weil ihnen die (Rück-)Eroberung der Ukraine nicht schnell genug gehen kann. Vielen sind Neoimperialisten, die von einem "Neurussland" träumen, zu mindestens die Ukraine gehört. Der tatsächliche Einfluss von Bloggern wie Girkin und Co. auf den Kreml wird aber als gering eingeschätzt.
Militärblogger Igor Girkin
Militärblogger, wie etwa Igor Girkin, sind ein Sonderfall: Während die offizielle Propaganda mit bizarrsten Verrenkungen lange versucht hat, die Lage an der Front zu schönzureden, haben einige echte Experten begonnen, Klartext zu reden: "Der Krieg wird mit der totalen Niederlage Russlands enden", klagte etwa der Mann mit dem Kampfnamen "Strelkow" im September seinen rund halben Millionen Followern. Girkin, wie auch andere Blogger sind ehemalige Militärs mit besten Verbindungen zur Truppe. Wer wissen will, wo die Ukraine gerade vorstößt und wo Russland in die Defensive gerät, erfährt es hier am ehesten. Sie gelten als größte Kritiker des Moskauer Führung, unter anderem, weil ihnen die (Rück-)Eroberung der Ukraine nicht schnell genug gehen kann. Vielen sind Neoimperialisten, die von einem "Neurussland" träumen, zu mindestens die Ukraine gehört. Der tatsächliche Einfluss von Bloggern wie Girkin und Co. auf den Kreml wird aber als gering eingeschätzt.
© EPA/Photomig / DPA
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Er zählt zu einer Gruppe, die das US-Institut "Study of War" (ISW) "Offiziere und Veteranen" nennt. Sie ist eine von drei Fraktionen im Umfeld von Wladimir Putin, die den Krieg zwar befürworten, sich aber über die Art und Weise beharken. Schoigu ist als oberster Soldat für die Organisation und Mobilmachung verantwortlich. Wegen ausbleibender Erfolge in der Ukraine wird er zum Sündenbock gemacht, sein Kriegsstil gilt als altertümlich. Seine Ernennung von Sergej Surowikin zum neuen Oberkommandeur wird als Zugeständnis an die Gruppe der Hardliner verstanden. Sollte sich die Lage in den besetzten Gebieten nicht ändern, dürften Schoigus Tage, trotz seiner Nähe zu Putin, gezählt sein.
Er und Alexander Lapin stammen aus derselben Stadt und haben dieselbe Offiziersschule besucht. Auch Gerassimow (l.) ist angezählt, da es ihm als Generalstabschef obliegt, die Befehle aus dem Kreml in militärisches Handeln umzusetzen. Was ihm aber mäßig spärlich gelungen ist. Neu-Generaloberst Kadyrow wetterte jüngst: "Traurig ist nicht Lapins Mittelmäßigkeit, sondern dass ihn die Führer des Generalstabs von oben decken." Mit diesen Worten griff er Gerassimow direkt an. Ungewöhnlich war im Frühjahr die Meldung, dass der Generalstabschef bei einem Gefecht bei Isjum (inzwischen befreit), durch einen Granatsplitter am Bein verletzt worden sein soll. Das derartig hochrangige Militärs derart nah an den Kampfhandlungen sind, wird von Beobachtern als eines der vielen strukturellen Probleme des russischen Militärs bezeichnet.
Je unerfolgreicher die Ukraine-Invasion verläuft, desto lauter wird das Gerede vom "Krieg gegen den kollektiven Westen, der Russland zerstören" wolle. Putin benutzt diese Worte, aber Naryschkin fällt schon lange mit solchen Erzählungen und anderen, kruden Verschwörungstheorien auf. So behauptet er etwa, dass der Kremlkritiker Alexej Nawalnys vom Westen vergiftet worden sei. Naryschkin steht auch hinter dem Geschichtsbild, nachdem die Ukraine ein "untrennbarer Teil" Russlands sei und damit eine Existenzberechtigung habe. Internationale Schlagzeilen machte der 67-Jährige zuletzt, als er vor laufenden Kameras von Kremlchef Putin wie ein Schuljunge gemaßregelt wurde.
Als Medwedew für vier Jahre Präsident Russlands war, strahlte er so etwas wie Aufbruch und Modernität aus. Doch 2012 löste ihn sein Vorgänger Putin wieder ab. Seitdem ist der mittlerweile 57-Jährige ins zweite Glied zurückgekehrt und sondert von dort aus seine Hasstiraden Richtung Westen ab: "Stellen wir uns vor, dass Russland gezwungen ist, die furchterregendste Waffe gegen das ukrainische Regime einzusetzen, das einen groß angelegten Akt der Aggression begangen hat, der für die Existenz unseres Staates gefährlich ist", schrieb er etwa jüngst im Messengerdienst Telegram.
Der 46-Jährige ist für sein großspuriges Auftreten bekannt und hat sich in den vergangenen Wochen als einer der lautesten Kritiker der Ukraine-Kriegsführung hervorgetan. Kadyrow ist Präsident der Teilrepublik Tschetschenien und ist damit seinem Vater Achmat Kadyrow ins Amt gefolgt. Gewalt und Personenkult prägen seine Präsidentschaft, seine Truppen, die auch in der Ukraine im Einsatz sind, genießen einen zweifelhaften Ruf. Ihm werden zahllose Verbrechen und Vergehen zur Last gelegt: von Menschenrechtsverletzungen über Mord und Nepotismus. Nun wurde er von Wladimir Putin in den Rang eines Generaloberst, den dritthöchsten, befördert.
Ebenfalls ein Hardliner, genannt "Putins Koch". Den Spitznamen hat er wegen seiner Gastrounternehmen erhalten, er betreibt Berichten zufolge ein Restaurant im Parlamentsgebäude in Moskau, soll 2003 Putins Geburtstag ausgerichtet haben. Der 61-Jährige scheint in viele dubiosen Aktivitäten verwickelt zu sein, unter anderen in Troll-Fabriken, die das Internet mit Verschwörungserzählungen fluten. 2014 gründete Prigoschin die Privatarmee "Wagner". Berüchtigt sind die Soldaten für ihre Einsätze in Syrien, Libyen und Mali, wo sie systematisch foltern und Menschen hinrichten. Offiziell agiert die kampfstarke Truppe autark, tatsächlich aber arbeiten sie "im Sinne Russlands", wie Putin einmal über die "patriotischen Streitkräfte" sagte. Prigoschin fordert ebenfalls ein härteres Vorgehen in der Ukraine. Aufsehen erregte er zuletzt, als er russische Häftlinge aus den Gefängnissen für das Schlachtfeld rekrutierte. Einige Experten glauben, dass Prigoschin zu den wenigen Menschen gehört, die sowohl den Ehrgeiz als auch die nötige Machtbasis haben, um Wladimir Putin an der Spitze Russlands zu folgen.
Militärblogger, wie etwa Igor Girkin, sind ein Sonderfall: Während die offizielle Propaganda mit bizarrsten Verrenkungen lange versucht hat, die Lage an der Front zu schönzureden, haben einige echte Experten begonnen, Klartext zu reden: "Der Krieg wird mit der totalen Niederlage Russlands enden", klagte etwa der Mann mit dem Kampfnamen "Strelkow" im September seinen rund halben Millionen Followern. Girkin, wie auch andere Blogger sind ehemalige Militärs mit besten Verbindungen zur Truppe. Wer wissen will, wo die Ukraine gerade vorstößt und wo Russland in die Defensive gerät, erfährt es hier am ehesten. Sie gelten als größte Kritiker des Moskauer Führung, unter anderem, weil ihnen die (Rück-)Eroberung der Ukraine nicht schnell genug gehen kann. Vielen sind Neoimperialisten, die von einem "Neurussland" träumen, zu mindestens die Ukraine gehört. Der tatsächliche Einfluss von Bloggern wie Girkin und Co. auf den Kreml wird aber als gering eingeschätzt.
Seit fast 20 Jahren arbeitet sie für die Staatspropaganda, kaum jemand trommelt beherzter für die Invasion in der Ukraine als die 42-jährige. Auf die Entscheidung des Kreml im Allgemeinen und Wladimir Putins im Speziellen lässt sie nichts kommen. Als Dauergast im Fernsehen staucht sie schon mal die anderen Gäste zusammen, wenn die Bedenken äußern und sie ruft offen nach Zensur. Den russischen Auslandssender RT leitet sie bereits seit 2005, zusammen dem Ableger "Sputnik". Über die Kanäle verbreitet sie die Sicht Russlands auf die Welt, die vor allem aus Desinformation und Verschwörungstheorien besteht. Im Westen wurde sie, die "zentrale Figur der staatlichen Propaganda" schnell nach Kriegsbeginn mit Sanktionen belegt."
Wladimir Solowjow, TV-Moderator

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