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Erbitterte Gefechte um Kontrolle: IS kontrolliert trotz Iraker Offensive noch Teile von Ramadi

Der IS hat im Osten Syriens ein Industriegebiet von Kräften des Regimes erobert, steht aber im Nachbarland Irak massiv unter Druck. Die Terrormiliz könnte seine Hochburg Ramadi verlieren.

Im Mai war die irakische Großstadt Ramadi an den IS gefallen. Jetzt hat der Irak große Teile zurückerobert

Im Mai war die irakische Großstadt Ramadi an den IS gefallen. Jetzt hat der Irak große Teile zurückerobert

Im Zentrum der irakischen Großstadt Ramadi haben sich Regierungstruppen und Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) am Samstag heftige Gefechte geliefert. Besonders umkämpft sei eine strategisch wichtige Straßenkreuzung nahe des Amtssitzes der Provinzregierung, hieß es aus der Armee und von lokalen Behördenvertretern. Die Regierungstruppen wollen den IS aus Ramadi vertreiben. Die Einnahme der Straßenkreuzung im Viertel Hos ist entscheidend, um Ramadi komplett kontrollieren zu können. Am Samstag kontrollierten die Dschihadisten noch einige Viertel der Stadt.

IS hat 14 Prozent seines Gebietes verloren

Der IS hatte Ramadi in der Provinz Anbar im Mai erobert. Anfang Dezember erkämpfte die Armee, die von Kampfflugzeugen der internationalen Militärallianz unterstützt wird, mehrere große Stadtteile zurück. Am Dienstag rückte sie ins Stadtzentrum vor, seitdem stockte der Vormarsch aber vor allem aufgrund von Sprengfallen und Heckenschützen.

Sollte der IS aus Ramadi vertrieben werden, wäre dies ein schwerer Verlust für die Dschihadisten. Sie haben laut einem US-Institut seit Jahresbeginn 14 Prozent ihres Gebiets in Syrien und im Irak verloren.

71 Tote bei Gefechten zwischen Extremisten und Regime in Syrien

Bei Angriffen islamistischer Extremisten auf Regimetruppen sind in Nordsyrien mindestens 71 Kämpfer gestorben. Unter den von der Al-Nusra-Front, dem syrischen Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida, ausgeführten Attacken in Orten der Provinz Aleppo war auch ein Selbstmordanschlag, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mitteilte. Bei den Kämpfen am Freitag seien 38 Rebellen und 33 Soldaten des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad gestorben.

Nicht weit von den Kämpfen entfernt rückten kurdische und arabische Rebellen näher an den strategisch wichtigen Tischrin-Damm am Euphrat heran, der vom IS gehalten wird. Die Einheiten der Demokratischen Kräfte Syriens befänden sich in Schießweite der wichtigen Nachschubroute des IS zwischen seiner Hochburg Al-Rakka und kontrollierten Gebieten westlich des Euphrat. Damit würden die Extremisten nun gezwungen, auf eine längere Verbindung auszuweichen. Der Tischrin-Damm ist zudem eine der Hauptenergiequellen Nordsyriens.

jen / AFP / DPA
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