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Religionsprozess: Afghanischer Christ ist frei

Nach massivem internationalen Druck ist der zum Christentum übergetretene Afghane Abdul Rahman aus dem Gefängnis bei Kabul entlassen worden.

Das bestätigte die Staatsanwaltschaft am Dienstag in der afghanischen Hauptstadt. Rahman war wegen seines Abfalls vom islamischen Glauben in Kabul mit der Todesstrafe bedroht worden. Unklar war zunächst, ob Rahman vor seiner Entlassung für unzurechnungsfähig erklärt worden ist. Das Gericht hatte den Fall am Sonntag an die Staatsanwaltschaft zurückverwiesen und weitere Untersuchungen über Rahmans Zurechnungsfähigkeit angeordnet.

Todesstrafe für Konvertiten

Wäre Rahman für unzurechnungsfähig erklärt worden, müsste der Prozess gegen ihn eingestellt werden. Deutschland, die USA und die EU hatten die afghanische Regierung gedrängt, für eine Rettung des 40- Jährigen zu sorgen. Auch Papst Benedikt XVI. hatte um Gnade für den Konvertiten gebeten. Rahman hat sich geweigert, zum Islam zurückzukehren. Ihm drohte bei einem Gerichtsverfahren in Afghanistan daher die Todesstrafe.

Nach der Scharia, der islamischen Rechtsordnung, auf der das afghanische Rechtssystem basiert, steht auf Abfall vom islamischen Glauben die Todesstrafe. Das gilt aber nur, wenn der Konvertit im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist. Rahman war vor zehn Jahren vom Islam zum Christentum übergetreten. Nach Angaben des Gerichts hatte er vor seiner Rückkehr nach Afghanistan lange in Deutschland gelebt.

DPA