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Rückkehr von Ehepaar Guttenberg Debatte um Afghanistan-Besuch geht weiter


Die Debatte über den Afghanistan-Besuch von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit seiner Frau Stephanie und dem Sat1-Moderator Johannes B. Kerner geht auch nach deren Rückkehr weiter.

Die Debatte über den Afghanistan-Besuch von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit seiner Frau Stephanie und dem Sat1-Moderator Johannes B. Kerner geht auch nach deren Rückkehr weiter. Während auch aus der FDP dem Minister zu mehr Zurückhaltung geraten wurde, griffen Unionsvertreter insbesondere SPD-Chef Sigmar Gabriel wegen dessen Kritik an Guttenberg scharf an.

CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich sagte, es sei "eine Beleidigung für unsere Soldaten, dass Gabriel ihnen seine eigene Primitivphantasie unterstellt". Der SPD-Chef hatte am Montag zu dem Besuch gesagt: "Ich finde, Frau Katzenberger fehlt noch." Von einem Besuch des TV-Sternchens Daniela Katzenberger "hätten wenigstens die Soldaten was". Unions-Parlamentsgeschäftsführer Peter Altmaier (CDU) nannte Gabriels Hinweis auf Katzenberger den "Gipfel der Geschmacklosigkeit".

Sowohl Altmaier als auch Friedrich verteidigten den Besuch. Es sei ein "wichtiges Zeichen" für die Soldaten, dass der Minister sie zum siebten Mal vor Ort besucht habe, sagte der CSU-Landesgruppenchef. Er verwies auf die "Begeisterung", mit der die Familie Guttenberg von der Bundeswehr in Afghanistan empfangen worden sei. Auch Altmaier sagte: "Mir kommt es in dieser Frage darauf an, was die Soldaten für richtig halten." Er halte es auch nicht für außergewöhnlich, dass Kerner bei dem Besuch am Montag mit einem Fernsehteam dabei gewesen sei.

Die FDP-Verteidigungsexpertin Elke Hoff sagte dagegen dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Dienstag: "Das Letzte, was die Truppe jetzt braucht, ist die Anwesenheit von geschätzten Talk-Show-Moderatoren. Das passt einfach nicht." Sie rate dem Minister zu mehr Zurückhaltung.

Auch der Politik-Berater Michael Spreng äußerte sich kritisch. Er hätte dem Verteidigungsminister von der Reise in dieser Form abgeraten, sagte Spreng im Bayerischen Rundfunk. Ein Dankesbesuch vor Weihnachten bei den Soldaten sei richtig und gut, aber durch die ungewöhnliche Begleitung habe Guttenberg sich und seine Frau zu den Stars gemacht, die Soldaten hätten "nur noch die Kulisse" abgegeben.

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus, sagte dagegen, es sei durch die Begleitung Stephanie zu Guttenbergs gelungen, "die Aufmerksamkeit auf die Frauen im Einsatz zu lenken". Im Bayerischen Rundfunk sagte der FDP-Politiker, dass die Medien den Besuch überwiegend als Versuch der Selbstinszenierung darstellten, sei nicht Fehler der Guttenbergs.

Der Minister hatte am Montag gemeinsam mit seiner Ehefrau die in Nordafghanistan stationierten Bundeswehrsoldaten besucht. Begleitet wurde Guttenberg neben seiner Ehefrau auch von den Ministerpräsidenten David McAllister aus Niedersachsen und Wolfgang Böhmer aus Sachsen-Anhalt (beide CDU). Zur Delegation zählte weiterhin der Fernsehmoderator Kerner, der in Kundus für den TV-Sender Sat1 eine Talkshow mit Guttenberg und den Soldaten produzierte.

AFP AFP

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