Rumänien Opposition fechtet Basescus Wiederwahl an


Es war ein äußerst knappes Rennen. Beide Lager reklamierten zeitweise den Sieg für sich. Jetzt steht fest: Der bürgerliche Politiker Traian Basescu bleibt rumänischer Staatspräsident. Doch die Opposition gibt sich nicht geschlagen.

Der Mitte-rechts-Politiker Traian Basescu bleibt rumänischer Staatspräsident. Nach Angaben der Wahlkommission vom Montag siegte Basescu bei der Stichwahl mit 50,37 Prozent der Stimmen. 49,63 Prozent fielen auf seinen sozialdemokratischen Herausforderer Mircea Geoana. Unmittelbar nach Schließung der Wahlkommission am Sonntagabend hatten drei Wählernachfragen noch einen knappen Vorsprung für Geoana ausgewiesen. Daraufhin hatten beide Kandidaten den Sieg für sich beansprucht.

Ganz vorüber ist die Wahl aber noch nicht: Die rumänischen Sozialisten (PSD) wollen das Ergebnis anfechten. Es habe massive Fälschungen gegeben, sagte PSD-Generalsekretär Liviu Dragnea. Die PSD sei davon überzeugt, dass "der Staatsapparat von Traian Basescu den aktuellen Präsidenten als Sieger erscheinen lassen will".

Krise trifft Rumänien hart

Die erste Runde der Wahl vor zwei Wochen hatte Basescu mit 32,5 Prozent gewonnen, Geoana kam auf 30,7 Prozent. Der Staatspräsident nominiert den Ministerpräsidenten und hat damit eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung. Bis Mitte Oktober waren Basescus Demokratisch-Liberale Partei (PDL) und PSD in einer gemeinsamen Koalitionsregierung, die dann aber unter dem Eindruck des beginnenden Wahlkampfs zerbrach.

Eine funktionsfähige Regierung ist Voraussetzung für einen dringend benötigten Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) über 1,5 Milliarden Euro. Das EU-Mitglied ist von der weltweiten Wirtschaftskrise in besonderem Maße betroffen. Das Bruttoinlandsprodukt wird in diesem Jahr voraussichtlich um 8,5 Prozent einbrechen.

AP/AFP/DPA AP DPA

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