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Krim-Krise: Russische Truppen übernehmen weitere Marine-Basis

Die USA prüfen, Soldaten ins Baltikum zu schicken. Deutschland stoppt einen Rüstungsdeal mit Russland. Auf der Krim schaffen die Russen weiter Fakten. Die Ereignisse des Tages in der Rücksschau.

+++ 22.11 Uhr: Russische Truppen übernehmen weitere Marine-Basis +++

Russische Truppen haben am Mittwochabend die Kontrolle über einen weiteren Stützpunkt der ukrainischen Marine auf der Krim übernommen. Nach Angaben von Angehörigen der ukrainischen Marine ist es dabei auf der Basis in Bachtschisarai rund 30 Kilometer südwestlich von Simferopol nicht zu Gewalt gekommen. "Russische Soldaten kamen hier an und forderten uns auf, die Basis zu verlassen. Das haben wir getan", so Major Eduard Kusnarenko vor dem Stützpunkt. Als sich Journalisten dem Eingangstor des Stützpunktes nähern wollten, hätten russische Soldaten in die Luft gefeuert.

+++ 21.13 Uhr: Russland bleibt hart im Weltsicherheitsrat +++

Russland hat sich im UN-Sicherheitsrat unbeeindruckt von westlichem Protest und Sanktionen gezeigt. "Wir haben die Reaktionen der westlichen Länder zur Kenntnis genommen", so der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin bei einer Sondersitzung des Gremiums. "Die westlichen Länder scheinen sich einfach nicht von ihren kolonialen Gewohnheiten lösen zu können, nach denen sie anderen Ländern immer ihr Verständnis aufdrücken müssen." Das Referendum auf der Krim sei frei und legal gewesen. "Historisches Unrecht ist berichtigt worden."

Widerspruch kommt von der US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power. Ihr Land werde das Referendum und dessen Ergebnis auf keinen Fall anerkennen. "Russland hat anscheinend vor, seine Grenzen zu verändern, aber die Fakten kann es nicht verändern.

Das Treffen war bereits die achte Sondersitzung des Gremiums zur Krim-Krise in rund zwei Wochen.

+++ 20.20 Uhr: USA drohen mit weiteren Sanktionen +++

Die USA haben den jüngsten Einsatz von Gewalt von Seiten prorussischer Kräfte auf der Krim scharf verurteilt. Das russische Militär sei direkt für jegliche Opfer verantwortlich, so Regierungssprecher Jay Carney im Weißen Haus. "Besonders besorgniserregend" seien Berichte über den Tod eines ukrainischen Soldaten am Vortag. Dies widerlege die Behauptung von Russlands Präsident Wladimir Putin, dass die Intervention auf der Krim diesen Teil der Ukraine sicherer gemacht habe.

Die US-Regierung stellt klar, dass es weitere Sanktionen gegen Russland geben werde. Die bisher beschlossenen Maßnahmen seien nur der Beginn weiterer Schritte. "Es wird weitere Antworten geben", betont Carney, ohne Details zu nennen.

+++ 20.15 Uhr: Russland-Koordinator Erler reist nach Moskau +++

Der Koordinator für die deutsch-russische Zusammenarbeit, Gernot Erler (SPD), wird nach Informationen des "Tagesspiegels" Anfang kommender Woche nach Moskau reisen. Es wäre der erste Besuch eines Vertreters der Bundesregierung in der russischen Hauptstadt nach dem Krim-Referendum vom vergangenen Sonntag. Im Verlauf seines zweitägigen Besuches am Montag und Dienstag werde Erler mit Abgeordneten der Duma und Vertretern der russischen Zivilgesellschaft zusammentreffen, schreibt die Zeitung.

+++ 19.50 Uhr: Rasmussen: "Größte Bedrohung seit Kaltem Krieg +++

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sieht in der Krim-Krise die größte Sicherheitsbedrohung in Europa seit dem Ende des Kalten Krieges. "Wir haben in den vergangenen Jahren andere Krisen in Europa gehabt - auf dem Balkan in den 90er Jahren und 2008 in Georgien", heißt es in einer vorab veröffentlichten Rede, die Rasmussen gerade an der Georgetown-Universität in Washington hält. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine um die Krim stelle diese Konflikte aber in den Schatten und sei ein "Wachruf" für "alle, die einem unversehrten, freien und friedlichen Europa verpflichtet sind".

+++ 19.40 Uhr: Steinmeier warnt Putin +++

Die Rhetorik wird schärfer: Außenminister Frank-Walter Steinmeier wirft Russland vor, ein "verhängnisvolles Beispiel" dafür zu liefern, bestehende Grenzen infrage zu stellen. Die russische Angliederung der Krim sei nicht nur völkerrechtswidrig, sondern in seinen Auswirkungen auch für den "Vielvölkerstaat Russland gar nicht zu übersehen", so Steinmeier während eines Termin im Deutsch-russischen Forum in Berlin. In dem Konflikt stehe für Russland, das sich derzeit weltweit politisch und wirtschaftlich isoliere, am meisten auf dem Spiel.

+++ 19.30 Uhr: Merkel will Regierungserklärung abgeben +++

Vor dem EU-Gipfel zur Lage auf der Krim am Donnerstag wird sich Kanzlerin Angela Merkel zur Krise äußern. Die Bundesregierung rechnet allerdings nicht damit, dass die EU-Staats- und Regierungschefs die Maßnahmen gegen Moskau weitreichend verschärfen. Möglich wären aber weitere Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Konten.

+++ 19.00 Uhr: Kiew will Truppen von der Krim abziehen +++

Die Ukraine arbeitet an einem Plan für einen möglichen Abzug ihrer Truppen von der Krim. Dies hat gerade der Chef des nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Andrej Parubi, bei einer im Fernsehen ausgestrahlten Pressekonferenz mitgeteilt. Der Plan solle auch gewährleisten, dass die Familienangehörigen der Soldaten "so schnell wie möglich" die von Russland beanspruchte Halbinsel verlassen könnten.

+++ 18.35 Uhr: Kiew will Visa-Pflicht für russische Bürger +++

Kiew kündigt eine Visa-Pflicht für russische Bürger an. Die Übergangsregierung der Ukraine reagiert damit auf Russlands Vorstoß, russische Pässe auf der abtrünnigen Halbinsel Krim zu verteilen. Das ukrainische Außenministerium sei beauftragt worden, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, so der Chef des nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Andrej Parubi.

+++ 18.30 Uhr: Deutschland stoppt Rüstungsgeschäfte mit Russland +++

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat angesichts der Krim-Krise ein Geschäft des Rüstungskonzerns Rheinmetall mit der russischen Armee vorerst gestoppt. "Die Bundesregierung hält in der gegenwärtigen Lage die Ausfuhr des Gefechtsübungszentrums nach Russland für nicht vertretbar", so das Wirtschaftsministerium.

+++ 18.20 Uhr: Putin will Brücke auf die Krim bauen +++

Russland hat die Pläne für eine Brücke auf die Krim bekräftigt. "Wir brauchen eine Brücke für Autos und Züge", so Wladimir Putin laut der Agentur Interfax bei einer Kabinettsitzung. Pläne für eine Brücke über die 4,5 Kilometer breite Meerenge von Kertsch zwischen der Halbinsel und dem russischen Festland gibt es bereits seit Dezember - damals noch in Absprache mit Ukraines Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch.

+++ 17.55 Uhr: Kiew will Freilassung von Geiseln erzwingen +++

Kiew wehrt sich: Nach der Einnahme des Hauptquartiers der ukrainischen Marine auf der Krim durch prorussische Einheiten hat die Regierung ein Ultimatum zur Freilassung aller Gefangenen gestellt. Die prorussische Regionalregierung auf der Krim habe drei Stunden Zeit, um Marine-Oberbefehlshaber Sergej Gajduk und die anderen "Geiseln" freizulassen, sagt der ukrainische Interimspräsident Alexander Turtschinow - und droht mit einer "angemessenen Antwort".

+++ 17.40 Uhr: Ukrainischer TV-Chef aus Amt geprügelt +++

Mit Beschimpfungen und Schlägen haben ein ukrainischer Abgeordneter und mehrere Handlanger den Chef des Staatsfernsehens zum Rücktritt gezwungen. Sie warfen ihm vor, mit der Ausstrahlung der Rede von Kremlchef Wladimir Putin über den Beitritt der Krim am Dienstag russische Propaganda verbreitet zu haben. Die Misshandlung durch drei Abgeordnete der rechtsextremen Swoboda-Partei hat allgemeine Empörung ausgelöst.

+++ 17.20 Uhr: Russland blockiert deutsche Kartoffeln +++

Die Krim-Krise hat bereits erste Auswirkungen auf die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und Deutschland. So könnten deutsche Landwirte auf Tonnen Saatkartoffeln für russische Bauern sitzen bleiben, warnt der Deutsche Bauernverband. Demnach wirft Moskau den Erzeugern Verstöße gegen Pflanzenschutzauflagen vor. Rund 100 Züchter seien betroffen, so Verbandssprecher Michael Lohse.

+++ 17.10 Uhr: Russland verteilt Pässe auf der Krim +++

Nägel mit Köpfen: Nach dem Beschluss zur Aufnahme der Krim gibt Russland nun offiziell Pässe auf der von Kiew abtrünnigen Halbinsel aus. "Alle Einwohner der Krim, die sich an die Behörden wenden, erhalten einen Pass, da sie seit gestern Bürger der Russischen Föderation sind", so der Chef der Migrationsbehörde, Konstantin Romodanowski, gegenüber der Agentur Interfax in Moskau.

+++ 16.10 Uhr: Biden stellt Truppenentsendung in Aussicht +++

Die USA erwägen offenbar die Entsendung eigener Soldaten ins Baltikum, um den drei dortigen NATO-Mitgliedstaaten demonstrativ Rückendeckung in der Krim-Krise zu geben. Washington prüfe mehrere Optionen zur Ausweitung der bestehenden Militärkooperationen, so US-Vizepräsident Joe Biden bei einem Besuch in Litauen. Dies umfasse auch die Möglichkeit, US-Truppen zu Ausbildungszwecken sowie Übungsmanövern an Land und zur See zu entsenden. Gemäß der Beistandsklausel in Artikel fünf des NATO-Vertrags "werden wir auf jede Aggression gegen ein NATO-Mitglied antworten", versicherte Biden.

+++ 15.22 Uhr: Klitschko will Soldaten in Sicherheit bringen +++

Kiew müsse "dafür sorgen, dass unsere Soldaten geschützt und an sichere Orte außerhalb der Krim gebracht werden", so Präsidentschaftsbewerber Vitali Klitschko gegenüber der "Bild"-Zeitung. Die Nachricht über einen am Dienstag getöteten ukrainischen Soldaten habe ihn "schwer erschüttert".

+++ 14.56 Uhr: Verband sieht Gefahr für Pressefreiheit auf der Krim +++

Eine internationale Journalistenorganisation sieht die Pressefreiheit auf der Krim in Gefahr. Allein in den zwei Tagen nach dem Referendum seien sechs Journalisten angegriffen, festgenommen oder massiv in ihrer Arbeit behindert worden, heißt es vom Komitee zum Schutze von Journalisten (CPJ) in New York. Reporter seien von bewaffneten Unbekannten geschlagen und beraubt worden, sie würden festgehalten und schikaniert. "Wir fordern die Behörden auf der Krim auf, die Journalisten frei arbeiten zu lassen und die Einschüchterungen zu beenden."

+++ 14.50 Uhr: Verschärfter Ton zwischen Moskau und London +++

Der Tonfall zwischen der russischen und der britischen Regierung verschärft sich. Das Verteidigungsministerium in Moskau kritisiert die Entscheidung der Briten, die bilaterale Militärkooperation auszusetzen. Das mache alle positiven Entwicklungen der Vergangenheit zunichte, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax das Ministerium.

+++ 14.28 Uhr: Biden droht Russland mit Konsequenzen +++

US-Vizepräsident Joe Biden kritisiert das russische Vorgehen als "unverhüllte Aggression" und droht mit Konsequenzen. "So lange Russland diesem dunklen Pfad folgt, wird es wachsende politische und wirtschaftliche Isolation erfahren", so Biden in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Er versichert der litauischen Präsidentin Dalia Grybauskaite und ihrem lettischen Amtskollegen Andris Berzins US-Bündnistreue im Rahmen der Nato zu.

+++ 14.27 Uhr: Timoschenko verlässt Charité +++

Die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat die Berliner Charité verlassen. Das teilt das Universitätsklinikum mit. Die 53-Jährige wolle noch heute nach Kiew, heißt es in der Mitteilung. Sie war seit dem 7. März wegen ihrer chronischen Bandscheibenschmerzen in der Klinik in Behandlung gewesen.

+++ 14.25 Uhr: UN-Generalsekretär besucht Ukraine und Russland +++

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bricht zu einer Ukraine- und Russland-Reise auf. Das teilt sein Büro mit. Am Donnerstag soll er sich mit dem russischen Präsidenten Putin treffen. Die Krise müsse friedlich gelöst werden, erklärt Ban.

+++ 13.55 Uhr: Fußballclubs sollen in russische Liga wechseln +++

Die beiden Fußball-Erstligisten auf der Krim sollen in der russischen Liga antreten. Laut Krim-Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew sollten Tawrija Simferopol - 1992 erster ukrainischer Meister - und FK Sewastopol spätestens zur neuen Saison wechseln, das berichtet die Agentur Ria Nowosti. Allerdings habe Tawrija massive finanzielle Probleme, nachdem der Milliardär und Mäzen Dmitri Firtasch auf Bitten der USA in Wien verhaftet worden war. Der Club erhalte deshalb derzeit kein Geld, sagt Temirgalijew.

+++ 13.42 Uhr: Ukrainischer Marine-Chef festgenommen +++

Prorussische Kräfte haben den Oberbefehlshaber der ukrainischen Marine auf der Krim vorübergehend festgenommen. Es gebe noch Fragen an Vizeadmiral Sergej Gajduk, meldet die moskautreue Agentur Kriminform unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Sewastopol. Gajduk habe an den ukrainischen Stützpunkten den Befehl aus Kiew verbreiten lassen, Waffen zur Selbstverteidigung einzusetzen. Der Chef der russischen Schwarzmeerflotte, Alexander Witko, fordert die ukrainischen Truppen auf der Halbinsel auf, diesen Befehl nicht umzusetzen.

+++ 13.39 Uhr: Rumänien und Moldau besorgt wegen Transnistrien +++

Die Staatspräsidenten Rumäniens, Traian Basescu, und der Republik Moldau, Nicolae Timofti, sorgen sich um die Situation in Transnistrien. Sie kamen im nordostrumänischen Iasi zusammen, berichtet die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax. Man müsse laut Basescu Maßnahmen treffen, um "Ereignissen wie jenen zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine in Bezug auf die Republik Moldau vorzubeugen". Ein Weg sei die Beschleunigung des EU-Beitrittsprozesses. Das moldauische Gebiet Transnistrien spaltete sich 1990 von Moldau ab, wird von Russland kontrolliert, aber international nicht als Staat anerkannt.

+++ 13.25 Uhr: EU bereitet zusätzliche Finanzhilfe vor +++

Die EU bereitet eine zusätzliche Finanzhilfe für die Ukraine in Höhe von einer Milliarde Euro vor. Währungskommissar Olli Rehn teilt mit, die Hilfe sei ebenso wie ein schon vor einem Jahr genehmigter Betrag von 610 Millionen Euro von Reformen der ukrainischen Regierung abhängig. Die Hilfen der EU könnten dann ausgezahlt werden, wenn "die Reformen, die auch von den ukrainischen Bürgern verlangt werden", mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbart wurden.

+++ 13.15 Uhr: Cameron erwägt Russlands G8-Ausschluss +++

Der britische Premierminister Cameron bringt einen permanenten Ausschluss Russlands aus der Gruppe der G8-Staaten ins Gespräch. Sollte die russische Regierung in der Ukraine weitere Schritte unternehmen, müsse mit den Verbündeten darüber gesprochen werden, sagt er.

+++ 12.43 Uhr: Deutschland will 20 OSZE-Beobachter schicken +++

Deutschland will sich laut Außenminister Steinmeier an einer möglichen Beobachtermission der OSZE in der Ukraine mit bis zu 20 eigenen Beobachtern beteiligen. In einem Telefongespräch mit seinem russischen Kollegen Lawrow drängt er darauf, innerhalb von 24 Stunden einen OSZE-Einsatz zuzulassen. Nach früheren Angaben des SPD-Politikers soll eine Mission vor Ort kontrollieren, "ob es Aktivitäten Russlands jenseits der Krim gibt".

+++ 12.20 Uhr: Weitere Militärbasis auf der Krim attackiert +++

Mehr als nur ein Einzelfall: Prorussische Milizen haben einen weiteren ukrainischen Militärstützpunkt auf der Krim angegriffen. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew mitteilt, griffen die Milizen den Stützpunkt in Nowoosjornoje im Westen der Halbinsel an.

+++ 12.05 Uhr: Russisches Unternehmen verlässt Ukraine +++

Die Krim-Krise hat auch auf die Wirtschaft immer stärkere Auswirkungen: Wie bekannt wurde, zieht sich das erste russische Unternehmen aus der Ukraine zurück. Die Lebensmittelkette X5 verkauft ihre ukrainischen Läden an den lokalen Wettbewerber Varus, wie das ukrainische Unternehmen mitteilt. Bisher galt das Nachbarland vielen russischen Geschäftsleuten als lukrativer Wachstumsmarkt - durch die Spannungen und Boykott-Aufrufe gegen russische Produkte könnte sich das nun ändern.

+++ 11.35 Uhr: Russen reagieren kühl auf Van Rompuys Absage +++

Russlands Regierung reagiert verhalten auf die Information, dass EU-Ratspräsident Herman van Rompuy nicht nach Moskau reisen wird. Die Europäische Union, "sein eigenes Lager", habe Van Rompuys Besuch verhindert, so das russische Außenministerium in einer Erklärung.

Van Rompuy soll sich für eine Absage entschieden habe, da der Reiseplan entgegen vorherigen Absprachen von russischer Seite publik gemacht worden war, wie aus EU-Diplomatenkreisen zu hören ist. Van Rompuy wollte demnach heute mit russischen Verantwortlichen über eine "Deeskalation" des Konflikts zwischen Moskau und Kiew um die Krim sprechen.

+++ 11.22 Uhr: Milizen bringen Hauptquartier unter ihre Kontrolle +++

Das Marine-Hauptquartier auf der Krim ist unter Kontrolle prorussischer Kräfte. Nach mehr als 30 Soldaten hätten auch die Kommandeure den Stützpunkt verlassen, meldet die Agentur Interfax. Das örtliche Internetportal sevastopol.su berichtet, Marinechef Sergej Gajduk habe sich im Jogginganzug gestellt. Es habe weder Gewalt noch Verletzte gegeben. Nach ukrainischen Angaben versuchten prorussische Kräfte zudem, mit einem Traktor einen ukrainischen Stützpunkt bei Jewpatorija zu stürmen.

+++ 11.00 Uhr: Krim verweigert ukrainischen Ministern Einreise +++

Der Ministerpräsident der Krim, Sergej Axjonow, verweigert der vom ukrainischen Regierungschef Jazenjuk entsandten Regierungsdelegation die Einreise. "Sie sind nicht willkommen auf der Krim, keiner wird sie einreisen lassen, sie werden zurückgeschickt", zitiert ihn die Agentur Interfax.

+++ 10.55 Uhr: Russland startet Luftwaffen-Manöver +++

Die russische Luftwaffe startet ein großangelegtes Manöver im Nordwesten des Landes, wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Militärkreise berichtet. Demnach nehmen an den Übungen Kampfjets und Bomber teil.

+++ 10.45 Uhr: Kabinett beschließt Abkommen mit Ukraine +++

Das Bundeskabinett gibt grünes Licht für die Unterzeichnung der ersten Vereinbarungen des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und der Ukraine. Die Ministerrunde unter Leitung von Kanzlerin Merkel stimmt dem Vorhaben zu. Der politische Teil des Abkommens soll an diesem Donnerstag beim EU-Gipfel in Brüssel geschlossen werden. Zudem soll die Ukraine Zollerleichterungen bekommen. Für die Unterzeichnung der Vereinbarungen über die weiteren wirtschaftlichen Aspekte - den zweiten Teil des Abkommens - gibt es noch keinen Termin.

+++ 10.35 Uhr: Verfassungsgericht billigt Krim-Anschluss +++

Das russische Verfassungsgericht stuft die Angliederung der Krim an Russland als legal ein. Der von Präsident Putin unterzeichnete Vertrag sei verfassungsgemäß, sagt Gerichtspräsident Waleri Sorkin in St. Petersburg nach der nicht-öffentlichen Sitzung der Agentur Interfax zufolge. Die Entscheidung sei einstimmig gefällt worden.

+++ 10.19 Uhr: Ukrainische Minister sollen auf Krim reisen +++

Der erste ukrainische Vizeministerpräsident und Verteidigungsminister Tenjuch sollen auf Geheiß von Regierungschef Arseni Jazenjuk auf die Krim reisen. Ihre Aufgabe sei "die Situation zu lösen", beschließt das Kabinett.

+++ 10.10 Uhr: Ukrainische Soldaten verlassen Marinebasis +++

Rund ein Dutzend ukrainische Soldaten verlassen unbewaffnet das Hauptquartier der Marine auf der Krim.

+++ 9.30 Uhr: Prorussische Kräfte dringen in ukrainische Basis ein +++

Auf der Krim sind etwa 200 prorussische Uniformierte auf das Gelände des Hauptquartiers der ukrainischen Marine in Sewastopol vorgedrungen, das berichtet ein Marine-Sprecher. Dutzende zum Teil Maskierte hissten die russische Flagge. Von ukrainischer Seite sei kein Schuss gefallen. Die Offiziere hätten sich im Gebäude "verschanzt". Der Oberkommandeur der in Sewastopol stationierten russischen Schwarzmeerflotte, Alexander Witko, verhandele über eine friedliche Übergabe, melden russische Agenturen. Medien in Kiew berichten, unter den Angreifern seien auch Frauen. Zuvor hatte das ukrainische Verteidigungsministerium die Erlaubnis zum Waffeneinsatz zur Selbstverteidigung erteilt.

+++ 9.15 Uhr: Ukrainische Truppen bleiben auf der Krim +++

Der ukrainische Verteidigungsminister Igor Tenjuch verkündet gegenüber Journalisten, dass die Streitkräfte des Landes nicht von der Krim abgezogen werden.

+++ 8.45 Uhr: Venezuela gibt Russland Rückendeckung +++

Die Sanktionen von EU und USA fielen "aus der Reihe", sagte der venezulanische Präsident Nicolás Maduro am Dienstag in seiner täglichen Radiosendung, wie die Agentur AFP meldet. Derlei Probleme müssten "auf diplomatischem Weg" gemäß dem Völkerrecht geklärt werden. "Sie wollen Russland umzingeln, um es zu schwächen, zu zerstören", sagte Maduro weiter. Er wirft dem Westen vor, mit zweierlei Maß zu messen, weil die Loslösung des Kosovos von Serbien vor wenigen Jahren befürwortet worden war, die Aufnahme der Krim aber vehement abgelehnt wird. Venezuela und Russland sind durch millionenschwere Wirtschaftsverträge miteinander verflochten.

+++ 8.20 Uhr: Vertrag wird von Verfassungsgericht geprüft +++

Moskau vollzieht nach der Unterzeichnung des Vertrags die nächsten Schritte. Der Vertrag ging im Verfassungsgericht in St. Peterburg zur Prüfung ein, wie die Behörde mitteilt. Anschließend sollen die Staatsduma und der Föderationsrat das Dokument ratifizieren.

+++ 8.00 Uhr: Australien verhängt Sanktionen gegen Russland +++

Nach der EU, den USA und Japan verhängt auch Australien Sanktionen gegen Russland. Die Regierung veranlasst Kontensperrungen und Einreiseverbote für zwölf Funktionäre. Außenministerin Julie Bishop nennt die Namen der Betroffenen nicht. "Internationales Recht erlaubt nicht den Diebstahl von Territorium eines anderen Staates auf der Basis eines Referendums, das weder als frei noch als fair beurteilt werden kann", sagte Bishop im Parlament in Canberra. "Ich verurteile die Gewalt gegen die Ukraine und ihre Bürger auf das Schärfste."

+++ 6.50 Uhr: Nato-Chef verurteilt Krim-Anschluss +++

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verurteilt die Annexion der Krim durch Russland. Sie sei illegal und rechtswidrig und werde von den Mitgliedern des Militärbündnisses nicht anerkannt, sagte Rasmussen. Er zeigte sich "zutiefst beunruhigt" über Berichte über eine Schießerei an einem ukrainischen Armeestützpunkt in Simferopol. Laut der Agenturen DPA und AFP wurden ein ukrainischer Soldat und ein Mitglied der prorussischen "Selbstverteidigungskräfte" getötet. Alle Beteiligten müssten nun dringend Zurückhaltung üben und alles tun, um eine weitere Eskalation zu verhindern, so Rasmussen.

+++ 6.45 Uhr: Hunderttausende Russen feiern Krim-Eingliederung +++

Hunderttausende haben in der Nacht in Russland die Eingliederung der Krim gefeiert. Allein auf dem Roten Platz in Moskau versammelten sich etwa 120.000 Menschen zu einem Konzert, wie das Innenministerium mitteilt.

+++ 6.40 Uhr: Krim-Fußballvereine wollen in russische Liga wechseln +++

Die beiden Krim-Spitzenvereine Tawrija Simferopol und Sewastopol erwägen einen Wechsel von der ukrainischen in die russische Liga. Zwar müssten zuerst die Entscheidungen der Politiker abgewartet werden, sagen Vertreter der Clubs. Es werde aber schon einmal ein Brief an die Uefa, die Fifa und den ukrainischen Fußballverband vorbereitet, so der Präsident des Sewastopoler Fußballclubs, Alexander Krasilnikow. Der Sportdirektor von Tawrija, Alexander Bojzan, ergänzt: "Die ukrainische Liga sollte sich entscheiden, ob sie Vereine mit Sitz auf russischem Gebiet haben wollen." Letztendlich liege die Entscheidung bei der Fifa und der Uefa.

+++ 6.30 Uhr: USA kündigen weitere Sanktionen an +++

Die USA kündigen weitere Sanktionen gegen Russland an. Präsidialamtssprecher Jay Carney deutet an, dass als nächstes auch Strafen gegen eine Reihe von einflussreichen Oligarchen mit engen Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin verhängt werden könnten. Zugleich soll in der kommenden Woche beim G7-Treffen in Den Haag besprochen werden, wie die Gruppe die Ukraine unterstützen könnte.

fme/she/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters