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Russische Spionin Agenten-Skandal: Warum der Secret Service klammheimlich eine Agentin in Russland feuerte

Jahrelang soll eine russische Spionin in der US-Botschaft in Moskau gearbeitet haben
Jahrelang soll eine russische Spionin in der US-Botschaft in Moskau gearbeitet haben
© Ivan Sekretarev / Picture Alliance
Der Secret Service hat einen Geheimdienst-Skandal am Hals: Über zehn Jahre lang soll eine seiner Agentinnen für die Russen in der Moskauer US-Botschaft spioniert haben. Der Schaden ist noch nicht abzusehen.

Der Secret Service der USA ist in arger Bedrängnis: Nach einem Bericht des "Guardian" hat der Dienst in der Moskauer US-Botschaft über zehn Jahre lang eine russische Agentin beschäftigt, bis die Spionage-Abwehr die Frau 2016 enttarnen konnte. Da die Agentin vom Secret Service eingestellt worden sei, habe sie über zehn Jahre lang Zugang zu geheimdienstlichen Informationen und E-Mails gehabt und diese auch an den russischen Inlandsgeheimdienst FSB weitergegeben.

2017 musste die Spionin gehen

Um einen Skandal und peinliche Untersuchungen zu verhindern, sei die Spionin im Sommer 2017 "unauffällig" entlassen worden, berichtete der "Guardian" weiter. Der Rauswurf erfolgte auf dem Höhepunkt der diplomatischen Krise zwischen den USA und Russland. Die Vereinigten Staaten mussten 750 Mitarbeiter aus ihren Botschaften und Konsulaten abziehen.

Neben dem Personenschutz für den US-Präsidenten unterliegt dem Secret Service auch die Strafverfolgung auf Bundesebene. Vertreter der Behörde sind auch an verschiedenen US-Botschaften im Ausland im Einsatz.

Intern sorgt der Secret Service für Kritik

Das US-Außenministerium wollte sich zu dem konkreten Fall auf Anfrage des Blattes nicht äußern. Der "Guardian" will aber herausgefunden haben, dass die obere Führungsebene des Secret Service dabei versagt habe, Untersuchungen einzuleiten. Stattdessen hätten dies FBI und CIA getan, sowie Mitarbeiter des Außenministeriums. Zuvor habe es mehrere Meldungen von Agenten gegeben, dass die Verdächtigen sich immer wieder mit Personen aus dem Umfeld des FSB getroffen haben.

Die Spionin soll nicht nur Zugang ins Intranet des Secret Service gehabt haben, sondern auch Zugriff auf die E-Mail-Konten. Damit hatte sie auch Einsicht, welche Termine des Präsidenten und seines Kabinetts anstehen. Der Fall könnte für den Secret Service noch ein Nachspiel haben: Die Sicherheitslücke soll zu keinem Zeitpunkt einem parlamentarischen Kontrollgremium gemeldet worden sein. Anonyme Quellen erklärten gegenüber dem "Guardian", FBI-Sonderermittler Robert Mueller könnte seine Russland-Untersuchungen auch auf diesen Fall ausweiten.

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sos DPA

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