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Selbstmordanschlag: Blutigster Anschlag im Irak

Beim folgenschwersten Anschlag seit der Machtübergabe vor einem Monat sind in der irakischen Stadt Bakuba mindestens 68 Menschen getötet und 56 verletzt worden.

Vor dem Gebäude einer Polizeiwache in Bakuda warteten rund 250 Arbeitssuchende, um sich für die Polizei rekrutieren zu lassen. Hunderte andere Menschen waren außerdem dort unterwegs, um in den zahlreichen umliegenden Geschäften und Buden einzukaufen, als sich ein Selbstmordattentäter am Vormittag an dieser Stelle mit seinem Wagen in die Luft sprengte. Das berichteten Augenzeugen.

Während die Polizeiwache durch hohe Betonmauern relativ gut geschützt war, traf die Detonationswelle mit ihrer vollen Wucht die umliegenden Gebäude und die Warteschlange vor der Wache. Ein Autobus und mehrere Autos brannten aus. Die Explosion riss einen tiefen Krater in die Straße.

Bakuba oft Ziel von Anschlägen

Die 500 000-Einwohner-Stadt ist bereits häufig Ziel von Anschlägen und Angriffen von Aufständischen gewesen. Erst am Dienstag hatte ein Selbstmordattentäter mit seinem Wagen einen Anschlag auf einen US-Kontrollpunkt versucht. Bei der Explosion starb lediglich der Attentäter, acht Iraker wurden verletzt.

Derweil bahnt sich bei den Planungen für eine Beteiligung der Nato am Wiederaufbau des Iraks ein Streit vor allem zwischen Frankreich und den USA an. Die Botschafter der 26 Mitgliedstaaten berieten am Mittwoch in Brüssel darüber, wie konkret die Allianz bei der Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte helfen kann. Die USA sind bemüht, den Einsatz so schnell wie möglich zu beginnen. Frankreich will nach Angaben aus diplomatischen Kreisen dagegen Art und Umfang des Einsatzes weiter prüfen.

Nato in den Irak

Dem Vernehmen nach setzt sich Frankreich dafür ein, ein Nato-Team von 30 bis 40 Personen nach Bagdad zu schicken, um mit den Behörden vor Ort konkret zu beraten, was benötigt wird. Die USA argumentieren dagegen, eine solches Team sei bereits Anfang des Monats unter Leitung des US-Admirals Greg Johnson in Irak gewesen. Die US-Regierung will mit der Nato-Mission deshalb bereits Anfang nächster Woche beginnen. Diese Haltung werde von der Mehrheit der Nato-Staaten unterstützt, hieß es bei der Allianz.

DPA, AP / AP / DPA