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Trump-Kritik aus Nordkorea Wird jetzt sogar Kim Jong Un zum Klimakämpfer?

US-Präsident Donald Trump (l.) und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un
US-Präsident Donald Trump (l.) und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un
© KCNA VIA KNS/South Korea/Republic of Korea/AFP, Alex Brandon/AP
Nordkorea kritisiert Donald Trumps Entschluss, mit den USA aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen. Die Motivation dafür dürfte allerdings nicht Kim Jong Uns Liebe zum Planeten sein.

Vor gut einer Woche kündigte US-Präsident Donald Trump an, mit den USA aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen - nun bekommen die Klimaschützer Zuspruch von eher unerwarteter Seite: Das nordkoreanische Außenministerium hat den Rückzug Amerikas aus der internationalen Vereinbarung scharf kritisiert.

In einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Stellungnahme des Ministeriums wird die Entscheidung des US-Präsidenten als "kurzsichtig und dumm" bezeichnet. Sie markiere darüber hinaus "den Höhepunkt von Egoismus und einem moralischem Vakuum". Die "America First"-Politik des Präsidenten ziele lediglich auf das eigene Wohlbefinden - auf Kosten des gesamten Planeten, heißt es. 

Das Pariser Abkommen lobt die nordkoreanische Führung laut KCNA wiederum als wichtigen Schritt, um die globale Erwärmung, "eine der gravierendsten Herausforderungen, der sich die Menschheit gegenübersieht", zu bekämpfen.

Klimakämpfer Kim Jong Un? Unwahrscheinlich

Dass das isolierte Land und sein Diktator Kim Jong Un auf einmal zum Kämpfer für das Klima avanciert sind, ist trotz der harschen Worte aus Pjöngjang eher unwahrscheinlich. Der Klimaausstieg ist eher eine Gelegenheit, einmal mehr gegen die verhassten USA zu wettern. Die letzten Absätze des Statements werden denn auch genutzt, um sich über die "feindliche Haltung" der Vereinigten Staaten gegenüber Nordkorea zu ärgern. Angeblich sei diese auch der Grund dafür, dass das Verhältnis zu anderen Staaten belastet sei.

Der Hintergrund: Nordkorea sieht sich wegen seines Raketen- und Atomwaffenprogramms starker internationaler Kritik ausgesetzt. Der UN-Sicherheitsrat hatte das Programm in der vergangenen Woche erneut auf das Schärfste verurteilt und die Sanktionen gegen das Land ausgeweitet. Vor allem Japan und Südkorea fürchten als Nachbarn, von Raketen Nordkoreas getroffen zu werden. Das international weitgehend isolierte Land arbeitet außerdem an Raketen, die dank ihrer großen Reichweite auch Ziele in den USA treffen könnten. Nordkorea wirft den USA regelmäßig vor, durch ihre Militärübungen mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder bestreiten.

Sehen Sie im Video zehn kuriose Fakten über Nordkorea. Unter Kim Il Sung gründete sich am 9. September 1948 die Demokratische Volksrepublik Nordkorea. Aktuelles Staatsoberhaupt ist Kim Jong Un, der Enkel des Gründers. Fakt 1: Nordkorea hat eine eigene Zeitzone, die Pjöngjang-Zeit. Diese wurde am 15. August 2015 eingeführt. Die Uhren wurden eine halbe Stunde zurückgestellt. Auch einen eigenen Kalender gibt es, den sogenannten "Juche-Kalender". Dieser beginnt 1912, dem Geburtsjahr des „ewigen Präsidenten“ Kim Il Sung. Fakt 2: Mit 1,2 Millionen Soldaten hat Nordkorea nach Russland, China und den USA hat die viertgrößte Armee der Welt.  Die Grenze zu Südkorea gilt als die am stärksten militarisierte Grenze weltweit. Fakt 3: Nordkorea gilt als das am stärksten abgeschottete Land weltweit und ist für Touristen schwer zugänglich. Urlauber müssen ständig durch eine Kontrollperson begleitet werden. Wollen Touristen Regionen außerhalb der Hauptstadt besuchen, brauchen sie eine  Genehmigung. Fakt 4: Nordkorea wird wegen Verletzung der Menschenrechte stark kritisiert. Die Grundrechte der Bürger werden missachtet und Menschen werden systematisch unterdrückt. Es dürfen nur lokale Medien genutzt werden, die oft von Propaganda durchdrungen sind. Außerdem gibt es noch immer die Todesstrafe. Die Exekutionen werden meist öffentlich abgehalten. Fakt 5: Die etwa drei Millionen Bewohner der Hauptstadt Pjöngjang gelten als Elite des Landes. Menschen mit Behinderungen ist es verboten, in der Hauptstadt zu leben. Zudem bestimmen die Behörden über den Wohnort der Bürger. Diesen dürfen sie ohne staatliche Erlaubnis nicht verlassen. Die Landbevölkerung ist im Gegensatz zu den Haupstädtern bitterarm. Fakt 6: Es gibt 28 Frisuren, die von Staatschef Kim Jong Un "genehmigt" wurden. Alle anderen werden nur ungern gesehen. Für Frauen gibt es 18 Varianten. Männer dürfen zwischen zehn Frisuren wählen. Männliche Studenten müssen die Frisur von Kim Jong Un tragen.  Fakt 7: Alle Nordkoreaner sind "offiziell" Atheisten. Es ist streng verboten religiöse Schriften, wie die Bibel einzuführen. Hingegen gilt Marihuana weder als Droge noch ist es illegal. Fakt 8: Es ist Pflicht, eine Anstecknadel mit den Köpfen des Gründers Kim Il Sung und Kim Jong Il zu tragen. Das kontrolliert sogar die Polizei. Fakt 9: Die USA gilt in Nordkoreas als Feind. So ist es amerikanischen Bürgern verboten über den Landweg, also z.B. mit dem Zug, einzureisen. Außerdem dürfen Einheimische keine Jeans tragen. Diese gelten als Erfindung des Feindes. Fakt 10: Touristen dürfen nicht in der einheimischen Währung Won zahlen. Ihnen sind nur Barzahlungen in Euro, US-Dollar oder Yuan gestattet. Es gibt keine Geldautomaten und Kreditkarten werden nicht akzeptiert.
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mit dpa

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