Somalia Bomben auf Flughafen von Mogadischu


Kampfflugzeuge warfen zwei Bomben auf den Flughafen der somalischen Hauptstadt Mogadischu ab. Am Horn von Afika liefern sich die ärmsten Staaten der Welt einen Stellverteterkrieg.

Beim Angriff auf den Flughaften wurde mindestens eine Frau verletzt. Auch der 100 Kilometer weiter südlich gelegene Flughafen von Baledogle wurde bombardiert. Äthiopische Bodentruppen verdrängten zudem islamistische Milizionäre aus der Grenzstadt Belet Weyne. Heftige Artilleriegefechte gab es auch im Umkreis von Baidoa, dem Sitz der weitgehend machtlosen somalischen Übergangsregierung. Diese erklärte, sie werde die Grenzen Somalias schließen, um den Einmarsch islamistischer Kämpfer aus dem Ausland zu unterbinden.

Keine Regierungsgewalt

Beobachter wiesen allerdings darauf hin, dass sich die Grenzen des Landes, insbesondere die 3.000 Kilometer lange Küste am Horn von Afrika, wohl kaum kontrollieren lassen dürfte. Die Islamisten hatten am Samstag muslimische Kämpfer aus dem Ausland zur Teilnahme an ihrem «Heiligen Krieg» aufgerufen. «Muslime sind Brüder und helfen einander», erklärte Sheik Yusuf Indahaadde, der Sicherheitschef des Rats der Islamischen Gerichte. Dieser schwor, die äthiopischen Soldaten ein für alle Mal aus Somalia zu vertreiben. Äthiopien räumte am Sonntag erstmals offen ein, sich in den Konflikt zwischen der somalischen Regierungstruppen und den islamistischen Milizen eingeschaltet zu haben. «Unsere Streitkräfte sind gezwungen, in einen Krieg einzutreten, um die Angriffe von Extremisten und antiäthiopischen Kräften abzuwehren und die Souveränität des Landes zu schützen», sagte Ministerpräsident Meles Zenawi in einer Fernsehansprache.

Stellvertreter-Krieg der Ärmsten

Äthiopien hat eine der größten Armeen in der Region und hat in den vergangenen 45 Jahren schon zwei Kriege gegen Somalia geführt. Jetzt allerdings unterstützt das Land die international anerkannte somalische Übergangsregierung gegen die Islamisten. Diese wiederum erhalten Hilfe von Eritrea, dem Erzfeind Äthiopiens. Angesichts dieser Konstellation wurde vielerorts befürchtet, dass der Konflikt das gesamte Horn von Afrika erfassen könnte. Der Verlust ihrer Hochburg Belet Weyne wurde als Rückschlag für die Islamisten gewertet. Nach Angaben eines somalischen Soldaten jubelten die Einwohner über den Abzug der Milizionäre, die von Regierungstruppen verfolgt würden. Die seit Monaten anhaltenden Kämpfe haben tausende Somalier in die Flucht getrieben. Seit der Eskalation der Lage vor einer Woche sollen schon Dutzende wenn nicht hunderte Zivilpersonen ums Leben gekommen sein, wie Hilfsgruppen vermuteten. Somalia versank nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Mohammed Siad Barre 1991 in Anarchie. Die mit Hilfe der Vereinten Nationen installierte Übergangsregierung kontrolliert lediglich die Stadt Baidoa und wurde bis zum Einschreiten Äthiopiens von den islamischen Milizen zunehmend unter Druck gesetzt. Diese haben in den vergangenen Monaten die Kontrolle über weite Teile Südsomalias übernommen.

Mohamed Olad Hassan/AP


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