Somalia Entführte deutsche Segler sind frei


Die beiden Ende Juni am Horn von Afrika verschleppten deutschen Segler sind wieder frei. Laut somalischen Behörden sei eine Million Dollar Lösegeld gezahlt worden. Die Bundesregierung bestätigte die Freilassung. Die Skipper befänden sich in Sicherheit. Es gehe ihnen gut,

Das Paar sei am späten Freitagabend in Somalia gegen die Zahlung von einer Million Dollar Lösegeld freigelassen worden, sagte Gouverneur Muse Geele Yusuf. Wer das Lösegeld gezahlt hat, konnte Yusuf zunächst nicht sagen. Piraten hatten die Deutschen - ein 63 Jahre alter Mann und seine 51 Jahre alte Lebensgefährtin - von ihrer Yacht im Golf von Aden entführt.

Bundesregierung bestätigt Freilassung

Die Bundesregierung bestätigte am Samstag die Freilassung. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte: "Beide Segler sind erleichtert, nach sechs Wochen der Angst und der Ungewissheit wieder in Freiheit zu sein." In einem Telefonat mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatten die Segler, deren Alter vom Außenministerium mit "um die 50 Jahre" angegeben worden war, zuvor verzweifelt um Hilfe gebeten. "Wir schlafen auf der Erde und sind krank", sagten sie. Die Kidnapper hätten mit Speedbooten Jagd auf das Segelboot gemacht und schon von weitem Schüsse abgegeben. Dann seien sie an Bord gekommen. Drei Tage später sei das Paar ins Hochland verschleppt und ständig von 40 bis 50 Leuten bewacht worden.

Piraterie weit verbreitet

Piraterie ist vor der Küste Somalias weit verbreitet. Besonders in diesem Jahr ist die Zahl der Überfälle auf Jachten, Luxusschiffe, aber auch auf Fischereiboote am Horn von Afrika stark gestiegen. Erst am vergangenen Sonntag war der unter Panama-Flagge fahrende Frachter "Stella Maris" mit 20 philippinischen Seeleuten an Bord entführt worden. Vor knapp zwei Wochen war ein vor Somalia entführtes Frachtschiff der Lübecker Reederei Karl Lehmann nach 41 Tagen wieder freigegeben worden. Nach Informationen aus Schifffahrtskreisen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi soll ein Lösegeld in Höhe von 750 000 US-Dollar gezahlt worden sein.

Die Behörden der betroffenen somalischen Region haben wiederholt Lösegeldzahlungen an die Seeräuber kritisiert. Sie befürchten, dass dadurch nur zusätzliche Anreize geschaffen werden, Schiffe zu überfallen und Ausländer zu entführen. Außerdem ermöglichen die Einnahmen aus den Lösegeldern den Piraten technische Aufrüstung. Die somalische Regierung hat zwar zugesichert, verstärkt gegen die Seeräuber vorzugehen. Sie ist aber so instabil und schwach, dass sie kaum Möglichkeiten hat, die Piraterie zu stoppen. In der Region Puntland, in der die meisten Piraten aktiv sind, wurde im Frühjahr die Todesstrafe für Seeräuberei eingeführt.

AP AP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker