Somalia Gemetzel stoppt Friedensgespräche


Bei Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Islamisten in Somalia hat es innerhalb von nur vier Tagen 1000 Opfer gegeben. Wegen der heftigen Kämpfe wurde eine geplante Friedenskonferenz abgesagt.

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu haben die heftigen Auseinandersetzungen einen neuen Höhepunkt erreicht. Einer örtlichen Menschenrechtsgruppe zufolge, sind bei den Kämpfen zwischen islamistischen Rebellen auf der einen sowie somalischen und äthiopischen Soldaten auf der anderen Seite binnen vier Tagen mehr als 1000 Zivilpersonen getötet oder verletzt worden.

Friedenskonferenz abgesagt

Seit Anfang Februar sind etwa 100.000 Einwohner aus Mogadischu geflohen, Hilfsorganisationen warnen bereits vor dem Ausbruch von Krankheiten. Eine geplante Versöhnungskonferenz, an der alle Konfliktparteien vertreten sein sollten, wurde am Wochenende jedoch kurzfristig abgesagt. Der somalische Außenminister Ismael Mohammed Hurre habe der Internationalen Kontaktgruppe für Somalia mitgeteilt, dass die Konferenz erst nachgeholt wird, wenn sich die Lage in Mogadischu beruhigt hat.

Äthiopien hat mittlerweile die Inhaftierung von 41 Terrorverdächtigen aus 17 Ländern, darunter auch Somalia, eingeräumt. Ausländischen Ermittlern sei Zugang zu den Gefangenen gewährt worden, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Addis Abeba. Gut 30 weitere Festgenommene seien nach Verhören vor einem Militärgericht inzwischen wieder freigelassen worden. Die Regierung betonte, dass internationale Rechtsvorschriften eingehalten würden. Dies wurde von Menschenrechtsorganisationen angezweifelt.

Die Terrorverdächtigen wurden in Somalia und Kenia festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, im Auftrag al Kaidas die Islamisten in Somalia zu unterstützen. Daraufhin seien sie völkerrechtswidrig nach Äthiopien gebracht und inhaftiert worden. Laut äthiopischer Erklärung habe die somalische Übergangsregierung diesem Transfer jedoch ausdrücklich zugestimmt.

AP/DPA AP DPA

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